PrSM Inc. 2 flog 350 km: HIMARS kann jetzt Schiffe angreifen — warum das für die Ukraine wichtig ist

Lockheed Martin hat die ersten Flugtests des PrSM Increment 2 durchgeführt; die Rakete legte rund 350 km zurück und erprobte die Lenkung gegen bewegliche Seeziele. Das Auftreten dieser Fähigkeit verändert den operativen Radius der HIMARS-Subsysteme und steht in direktem Zusammenhang mit der Sicherheit des Schwarzen Meeres sowie den Möglichkeiten partnerschaftlicher Unterstützung für die Ukraine.

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Нова версія ракети PrSM (Фото: Lockheed Martin)

Test und Schlüsselergebnisse

Lockheed Martin berichtet über die ersten Flugtests der Rakete Precision Strike Missile Increment 2 (PrSM Inc. 2), deren Start von einer Raketensystem-Einheit M142 HIMARS erfolgte. Während des Tests legte die Rakete etwa 350 km zurück und überprüfte die Funktionsweise von Systemen, die in der Lage sind, bewegliche Land- und Seeziele zu verfolgen.

Die neue Modifikation erhielt einen Multimode-Sucher. In einem Flugabschnitt nutzt die Rakete Trägheitsnavigation und GPS, um in das Zielgebiet zu gelangen, und in der Endphase wechselt sie auf Zielerfassung mittels Sensoren — eines passiven Radiofrequenzsensors und eines Infrarotsystems. Dadurch ist es möglich, nicht nur feste Koordinaten, sondern auch bewegliche Objekte zu treffen, insbesondere Schiffe und mobile Technik.

„Der Test bestätigte die Fähigkeit des PrSM Inc. 2, Reichweite und Zielführung auf bewegliche Ziele zu vereinen – ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung hochpräziser Schlagfähigkeiten“

— Lockheed Martin, Presseabteilung

Kompatibilität und weitere Schritte

Die Rakete ist kompatibel mit den Abschussvorrichtungen HIMARS und M270A2 MLRS, das heißt sie kann auf bestehenden Plattformen eingesetzt werden, die bereits im Bestand oder bei Partnern vorhanden sind. Das Programm setzt die Testphasen fort; weitere Flugtests sind für später im Jahr 2026 geplant.

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Diese Tests sind nicht nur technisch bedeutsam: das Auftreten des PrSM mit der Fähigkeit, maritime Ziele zu bekämpfen, erweitert das Aufgabenfeld mobiler Raketensubsysteme und verändert das Gleichgewicht der Schlagfähigkeiten in der Region. Für die Ukraine bedeutet das zwei praktische Schlussfolgerungen.

Erstens würde eine potenzielle Bereitstellung oder Kooperation bei der Lieferung solcher Mittel die Abschreckungsfähigkeit in der maritimen Zone stärken — insbesondere im Schwarzen und im Asowschen Meer. Zweitens hängt die Wirksamkeit des Systems nicht nur von der Rakete selbst ab, sondern auch von der Integration mit Aufklärung, Gegenbatterie- und maritimen Sensoren, Logistik und Führung.

Fachkreise weisen darauf hin, dass technischer Fortschritt nur der erste Schritt ist; die Umwandlung in einen operationellen Vorteil erfordert politische Entscheidungen, praktische Verträge und die Ausbildung des Personals.

Fazit

Das PrSM Inc. 2 mit einer Reichweite von ~350 km und der Fähigkeit, bewegliche Seeziele zu führen, stellt eine technologische Ansage zur Erweiterung des Gefechtspotenzials von HIMARS und kompatiblen Plattformen dar. Für die Ukraine ist es wichtig, nicht nur die technischen Testergebnisse zu verfolgen, sondern auch die diplomatischen und lieferpolitischen Dynamiken der Partner: von Erklärungen bis hin zu Vertragsabschlüssen und praktischer Integration in die Verteidigungsarchitektur.

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