Ließ während eines massiven Beschusses niemanden in den Schutzraum: Polizei erstattete Anzeige gegen Parkhauswächter in Kiew

Bei einem nächtlichen Angriff auf die Stadt verwehrte ein Wachmann eines unterirdischen Parkhauses den Zugang zu einer Schutzanlage — die Polizei griff umgehend ein. Das ist nicht nur ein Rechtsverstoß, sondern auch eine Erinnerung daran, dass Sicherheit von den Handlungen jedes Einzelnen abhängt.

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Was passiert ist

Die Ordnungskräfte der Hauptstadt haben einen 61‑jährigen Wachmann einer Tiefgarage im Dniprovsʹkyj‑Bezirk Kiews wegen Ordnungswidrigkeiten zur Verantwortung gezogen. Während eines massiven Beschusses der Hauptstadt habe er, so die Hauptverwaltung der Nationalpolizei in Kiew (zitiert von UNN), den Zugang der Menschen zu den Räumen, in denen geparkte Fahrzeuge standen, eingeschränkt und dies damit begründet, dass „diese Zone nicht als Schutzraum vorgesehen sei“ und die Bewohner auf dem Zufahrts‑ und Wendbereich verbleiben müssten.

„Heute Nacht, während des massiven Beschusses der Hauptstadt durch die russischen Streitkräfte, hat der Wachmann der Tiefgarage, die ein Objekt des Zivilschutzes ist, den Zugang der Stadtbewohner zu den Räumen, in denen sich geparkte Fahrzeuge befanden, beschränkt. Der Beschuldigte erklärte sein Handeln damit, dass gerade diese Zone nicht als Schutzraum vorgesehen sei und die Bürger im Alarmfall nur auf dem Zufahrts‑ und Wendbereich bleiben müssten.“

— Hauptverwaltung der Nationalpolizei in Kiew

Wenige Minuten später stellte die Polizei den Zugang zu allen Räumlichkeiten der Schutzanlage wieder her und fertigte ein Ordnungswidrigkeitsverfahren nach Art. 175‑3 des Kodex der Ukraine über Verwaltungsübertretungen (КУпАП) an (Verstoß gegen die Anforderungen an die Instandhaltung und den Betrieb von Objekten des Fonds der Schutzanlagen des Zivilschutzes).

Warum das wichtig ist

Im Kontext von Beschuss kann selbst eine Einzelentscheidung — eine Tür zu öffnen oder zu schließen — fatale Folgen haben. Die Verantwortlichen an Einrichtungen des Zivilschutzes müssen genau wissen, welche Räume als Schutzräume vorgesehen sind, und entsprechend den Anweisungen handeln. Wenn das nicht geschieht, steigt das Risiko für Menschen, unabhängig von den Absichten des Wachmanns.

Recht und Folgen

Die Polizei handelte schnell: Sie stellte den Zugang wieder her und erstellte einen Bericht. Das zeigt zwei Dinge — einerseits funktioniert der Reaktionsmechanismus, andererseits bestehen Lücken im Wissen oder in der Umsetzung der Anforderungen an den Betrieb von Schutzanlagen. Juristen und Zivilschutzspezialisten betonen: administrative Verantwortung ist ein übliches Instrument, aber ebenso wichtig sind Schulungen des Personals und eine klare Kennzeichnung der Schutzräume.

Gleichzeitig hat die Staatsanwaltschaft Kiew die Identität der bei dem selben nächtlichen Angriff Getöteten festgestellt: eine 49‑jährige Frau; Männer im Alter von 41 und 54 Jahren; sowie ein 56‑jähriger Mediziner. Das ist eine Erinnerung an die Realität der Bedrohungen und daran, dass jedes Zögern Leben kosten kann.

Was als Nächstes

Zu den erwarteten Konsequenzen gehören nicht nur eine Geldstrafe für den Wachmann, sondern auch verstärkte Kontrollen der Objekte des Schutzanlagenfonds, Unterweisungen für das Personal und Aufklärungsarbeit mit den Stadtbewohnern über das Vorgehen im Alarmfall. Für Anwohner bedeutet das eine einfache Regel: Im kritischen Moment sollte man den zuverlässigsten Schutzraum suchen und den Zugang dazu einfordern. Für die Behörden heißt es, die Anweisungen deutlich sichtbar zu machen und präventiv zu handeln.

Die Frage bleibt offen: Wie schnell wird das System angemessene Reaktionen zur Standardpraxis machen, um solche Risiken bei künftigen Alarmen auf ein Minimum zu reduzieren?

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51 Minute vor