Nach dem nächtlichen Angriff: Fast 6.000 Haushalte in Kiew ohne Heizung — wie sich das auf Alltag und Sicherheit auswirkt

Ein Raketen- und Drohnenangriff hat kritische Infrastruktur beschädigt: Wärmeversorgung, Wasserversorgung und die U-Bahn sind betroffen. Wir klären, was das für jeden Einwohner Kiews bedeutet und wie schnell die Versorgung wiederhergestellt werden kann.

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Kurz und wichtig

Ein weiterer nächtlicher Schlag auf die Hauptstadt hat fast 6.000 Häuser ohne Heizung zurückgelassen, sorgte für Unterbrechungen in der Wasserversorgung auf dem linken Ufer und teilweise auch auf dem rechten. Nach Angaben der ДСНС gibt es 1 Toten und mindestens 4 Verletzte. Dieser Angriff gefährdet erneut die grundlegenden Bedürfnisse der Bevölkerung mitten im Winter.

Was passiert ist

Der Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko, teilte auf Telegram mit, dass infolge eines massiven Angriffs und Beschädigungen kritischer Infrastruktur in der Hauptstadt «wieder fast 6.000 Häuser ohne Heizung» seien. Die Mehrheit davon sind Häuser, die nach den Ausfällen am 9. und 20. Januar bereits zweimal wieder angeschlossen oder versucht worden waren, wieder angeschlossen zu werden.

„Infolge des massiven Angriffs des Feindes und der Beschädigungen kritischer Infrastruktur sind in der Hauptstadt wieder fast 6.000 Häuser ohne Heizung“

— Witali Klitschko, Bürgermeister von Kiew

Die КМВА meldet außerdem, dass die „rote“ Metrolinie mit Einschränkungen fährt. Die ДСНС dokumentierte Zerstörungen in mehreren Bezirken und bestätigte Todesopfer und Verletzte.

Wo welche Schäden festgestellt wurden

  • Holosiivskyi-Bezirk — teilweiser Einsturz im obersten Stockwerk einer Süßwarenfabrik: eine Frau wurde getötet, weitere 2 Personen verletzt; außerdem wurde ein privates Wohnhaus beschädigt.
  • Dniprovskyi-Bezirk — Brand auf dem Gelände eines Garagenvereins; zudem geriet ein Tanklastwagen mit auslaufendem Kraftstoff in Brand, der Brand wurde gelöscht, 1 Person verletzt.
  • Darnytskyi-Bezirk — Zerstörungen und Brand in einem nicht bewohnten mehrstöckigen Wohngebäude, der Brand wurde gelöscht.
  • Solomianskyi-Bezirk — beschädigtes Bürogebäude.

Folgen für die Bewohner

Heizung: Eingriffe in die Fernwärmenetze während der Kälteperiode sind nicht nur vorübergehender Ärger. Jede erneute Abschaltung erhöht die Gesundheitsrisiken für vulnerable Gruppen (ältere Menschen, Kinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen) und erschwert die logistische Wiederherstellung der Netze.

Wasser: Unterbrechungen der Wasserversorgung erschweren Hygiene, die Zubereitung von Speisen und den Betrieb von Krankenhäusern. Für Haushalte bedeutet dies zusätzliche Kosten und die Notwendigkeit, Vorräte anzulegen.

Verkehr: Der eingeschränkte U-Bahn-Betrieb verschlechtert die Mobilität der Stadtbewohner und der Rettungsdienste, besonders zu Stoßzeiten.

Was jetzt getan wird und was zu erwarten ist

Stadtwerke und Energieversorger arbeiten vor Ort, um die Versorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen. Ein Teil der Haushalte war nach den Angriffen am 9. und 20. Januar bereits wiederholt angeschlossen worden — das erschwert die Einsätze und bindet Ressourcen.

„Stadtwerke und Energieversorger arbeiten daran, die Dienste in die Wohnungen der Kiewer zurückzubringen.“

— Mitteilung der Kiewer Stadt-Militärverwaltung

Analyse: Die Zerstörung kritischer Infrastruktur ist eine gezielte Taktik mit nicht nur militärischen, sondern auch psychologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Wiederherstellung hängt von der Geschwindigkeit der Materiallieferungen, der Sicherheit der Reparaturteams und dem Vorhandensein von Reserveausrüstungen ab.

Fazit

Dieser Angriff hat erneut gezeigt, dass die Sicherheit einer Stadt nicht nur an der Frontlinie entschieden wird, sondern auch von der Stabilität der Wärmeversorgung, der Wasserversorgung und des Verkehrs abhängt. Die entscheidende Frage ist nun, wie schnell staatliche und kommunale Dienste ihre Belastbarkeit unter Beweis stellen und die Risiken für die Bevölkerung reduzieren können. Für die Kiewer ist es wichtig, Grundvorräte anzulegen und den offiziellen Mitteilungen zur Wiederherstellung der Dienste zu folgen.

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