Verbot von Heraskevychs Helm: Gedenken bei Olympia 2026 gegen die Regeln — was nun?

Die Organisatoren der Olympischen Spiele untersagten dem Skeletonfahrer Vladyslav Heraskevych einen Helm mit Porträts gefallener ukrainischer Sportler. Präsident Selenskyj bezeichnete die Geste als Akt des Gedenkens – wir erläutern, warum das wichtiger ist als eine umstrittene Formalität und was das für die Präsenz der Ukraine auf der internationalen Bühne bedeutet.

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Macht der Erinnerung gegen formale Regeln

Владислав Гераскевич berichtete auf Instagram, dass ihm bei den Olympischen Spielen 2026 verboten wurde, einen Helm mit Porträts ukrainischer Athletinnen und Athleten zu tragen, die infolge der russischen Aggression ums Leben gekommen sind. Diese Entscheidung zog die Aufmerksamkeit des Präsidenten der Ukraine und der Medien auf sich: Die Nachrichtenagentur UNN dokumentierte die Reaktion, und als Antwort veröffentlichte Володимир Зеленський eine Stellungnahme auf seinem Telegram-Kanal.

Was auf dem Helm war und wen man ehrt

Auf dem Helm waren die Gesichter von Sportlern abgebildet, die während des groß angelegten Krieges ums Leben kamen: darunter der Eiskunstläufer Дмитро Шарпар, der bei Kämpfen nahe Bachmut fiel, und der 19-jährige Biathlet Євген Малишев, der in der Nähe von Charkiw getötet wurde. Für viele Ukrainerinnen und Ukrainer sowie die internationale Gemeinschaft ist dieses Bild kein Protest im engen Sinne, sondern eine Erinnerung an menschliche Verluste und daran, dass der Krieg auch die Sportgemeinschaft getroffen hat.

Die Haltung des Präsidenten und Argumente für das Gedenken

"Auf seinem Helm sind Porträts unserer Athletinnen und Athleten, die Russland getötet hat. Den Eiskunstläufer Дмитро Шарпар, der in den Kämpfen bei Bachmut gefallen ist, den 19-jährigen Biathleten Євген Малишев, den die Besatzer in der Nähe von Charkiw getötet haben, und andere unserer Sportler, denen der russische Krieg das Leben genommen hat"

— Володимир Зеленський, Президент України

In seiner Ansprache betonte der Präsident, dass solche Handlungen ein Weg seien, die Wahrheit einem weltweiten Publikum näherzubringen und der Toten zu gedenken. Seiner Ansicht nach dürfe dies nicht mit einer politischen Aktion gleichgesetzt werden: "Diese Wahrheit kann nicht unpassend, unangenehm sein oder als ‚politische Aktion bei sportlichen Wettbewerben‘ bezeichnet werden."

Kontext: warum diese Frage über einen einzelnen Helm hinausgeht

Die Olympische Bewegung appelliert traditionell an die Idee der Neutralität des Sports, zugleich bietet gerade der Sport eine einzigartige Tribüne für internationale Aufmerksamkeit. Im Fall der Ukraine geht es um die Verbindung von Erinnerungssymbolik und Informationskampf: Центр протидії дезінформації (ЦПД) dokumentiert Kampagnen Russlands gegen ukrainische Sportler während der Olympischen Spiele in Italien, weshalb Botschaften, die von einer großen Bühne ausgehen, Gewicht haben.

Was sich ändern könnte

Die Entscheidung der Organisatoren lässt derzeit mehrere Folgen offen: von innerstaatlichen Debatten über die Grenzen politischen Ausdrucks in Sportarenen bis hin zu möglichen diplomatischen Interventionen und öffentlichem Echo, das die Position der Ukraine im Informationsraum stärken könnte. Für die Ukraine ist dies ein Test: Wird das internationale Umfeld in der Lage sein, menschliche Verluste zu sehen und anzuerkennen, selbst wenn sie ein politisches Fundament haben?

"Genau das erinnert alle an die globale Rolle des Sports und die historische Mission der Olympischen Bewegung an sich — all das geht um Frieden und um das Leben. Die Ukraine steht dazu. Russland beweist das Gegenteil."

— Володимир Зеленський, Президент України

Die Frage dreht sich jetzt nicht mehr nur um einen Helm: Es geht darum, ob die internationale Gemeinschaft formale Regeln von grundlegender Menschlichkeit unterscheiden kann, die diese Porträts symbolisieren. Nun sind die Organisatoren der Olympischen Spiele, die internationalen Verbände und die weltweiten Medien am Zug — werden sie zulassen, dass die Wahrheit sichtbar wird, oder werden sie sie weiterhin als "Regelverstoß" abtun?

Weltnachrichten

Sport

Der Fahnenträger der Ukraine bei den Olympischen Spielen 2026, Vladyslav Heraskevych, sagte, er werde weiterhin einen Helm mit Porträts gefallener Sportler tragen. Diese Frage des Gedenkens wird zu einem Prüfstein für die Regeln des IOC und für die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft gegenüber der Ukraine.

3 Stunden vor