Kurz und wichtig
Die Berufungskammer des Hohen Antikorruptionsgerichts hat das Urteil gegen Mychajlo Holowko in dem Teil aufgehoben, der die Anklage wegen der Abgabe unrichtiger Angaben in der Deklaration betrifft. Die Entscheidung trat mit der Verkündung in Kraft und belebt die Debatte über die Grenzen der rechtlichen Verantwortung von Amtsträgern und die Rolle von Gesetzesänderungen.
Was das Gericht entschieden hat
„…die Richterkollegie der Berufungskammer des Hohen Antikorruptionsgerichts (VAKS) hat die Berufung der Verteidigung teilweise stattgegeben, das Urteil des VAKS aufgehoben und das Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen Feststellung des Fehlens des Tatbestands einer Straftat eingestellt. Der Rest der Berufung wurde abgewiesen“
— Pressestelle der Berufungskammer des VAKS
Mit anderen Worten stellte die Berufung fest, dass im Teil des Verfahrens über nicht deklarierte Vermögenswerte kein Ereignis einer Straftat vorliegt, weshalb das Verfahren eingestellt wurde. Die Entscheidung kann beim Kassationsstrafgericht in der Besetzung des Obersten Gerichts angefochten werden.
Fakten des Falls
Nach Darstellung der Ermittler hat Holowko in den Deklarationen für 2022–2023 keine Angaben zu einer Wohnung mit einer Fläche von 201,9 m² gemacht (formell gehörte sie seiner Mutter, wurde aber von ihm genutzt), zu Guthaben auf einem Bankkonto und mehreren Nichtwohnräumen — insgesamt etwa 2,2 Mio. UAH für 2022 und über 2 Mio. UAH für 2023.
Die Sache bezüglich der Deklaration für 2023 wurde aufgrund einer Gesetzesänderung eingestellt: der Schwellenwert für strafrechtliche Verantwortlichkeit wurde von 500 auf 750 Mindestlebensunterhaltsbeträge erhöht, was die rechtliche Lage des Beschuldigten faktisch verbessert hat.
Kontext und noch offene Episoden
Es sei erinnert, dass andere Urteile und Verfahrensabschnitte gegen Holowko weiterhin anhängig sind. So wurde ihm beispielsweise im Juni 2025 ein Urteil wegen des Vorwurfs der Annahme einer Bestechung von mehr als 600.000 UAH verkündet — dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig und befindet sich im Berufungsverfahren. Die Aufhebung eines Verfahrensabschnitts entspricht daher nicht der vollständigen Entkräftung aller Vorwürfe.
Warum das wichtig ist
Die Berufungsentscheidung hat mehrere Folgen:
- Juristischer Präzedenzfall: Das Gericht bestätigte, dass formale Gesetzesänderungen und die Qualität der Beweise das Ergebnis von Antikorruptionsverfahren beeinflussen.
- Vertrauen in Institutionen: Für die Öffentlichkeit ist es wichtig zu sehen, dass Fälle unter Beachtung von Recht und Verfahren geprüft werden; zugleich muss kritisch darauf geachtet werden, dass gesetzliche „Lücken“ nicht zu Schlupflöchern werden, um der Verantwortung zu entgehen.
- Politisches Signal: Der ehemalige Abgeordnete und Vorsitzende des Oblastrats ist eine öffentliche Figur; die Gerichtsentscheidung wird im Kontext der Frage nach der Verantwortung von Amtsträgern gegenüber der Gesellschaft wahrgenommen.
Was als Nächstes
Nun ist das Kassationsstrafgericht in der Besetzung des Obersten Gerichts am Zug — seine Position wird den endgültigen gerichtlichen Ausgang bezüglich des aufgehobenen Teils der Sache bestimmen. Parallel laufen Berufungsverfahren zu anderen Episoden, die das abschließende Bild der Verantwortlichkeit Holowkos erheblich verändern können.
Analytisches Fazit: Die Berufungsentscheidung zeigt, dass die Antikorruptionsjustiz im rechtlichen Rahmen arbeitet; um Vertrauen zu stärken, sind jedoch nicht nur Urteile erforderlich, sondern auch konsequente, transparente Regeln und qualitativ hochwertige Beweise. Solange der Fall weiter geprüft wird, bleibt die Schlüsselfrage dieselbe — sind die Institutionen in der Lage, ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Rechte der Beschuldigten und der konsequenten Zurechnung derjenigen, die das Vertrauen der Gesellschaft verletzen, herzustellen?