Angriff auf das Rückgrat des Stromnetzes: Treffer an 750-kV- und 330-kV-Anlagen und deren Folgen für die Stabilität

In der Nacht hat Russland gezielt wichtige Hochspannungs-Freileitungen und Wärmekraftwerke angegriffen. Wir erklären, warum gerade diese Angriffe die Beleuchtung in Haushalten bedrohen und was Betreiber und Partner tun, um die Folgen zu verringern.

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Was passiert ist

In der Nacht zum 7. Februar hat Russland einen massiven Angriff auf die ukrainische Energieinfrastruktur verübt: betroffen waren Freileitungen mit 750 kV und 330 kV — das, was de facto das Rückgrat des nationalen Energiesystems bildet. Ebenfalls getroffen wurden Erzeugungsanlagen: das Wärmekraftwerk Burschtyn und das Wärmekraftwerk Dobrotwir. Das teilte Energieminister Denys Shmyhal mit.

Warum das für jeden wichtig ist

Die Leitungen mit 750 kV und 330 kV ermöglichen die Übertragung von Energie zwischen den Regionen und stabilisieren das Lastgleichgewicht. Angriffe auf sie erhöhen das Risiko kaskadenartiger Ausfälle — wenn die Beschädigung eines Abschnitts Abschaltungen in angrenzenden Bereichen auslöst. Aus diesem Grund wurden landesweit 4,5–5 Rotationen von Notabschaltungen eingeführt; im Osten und Süden gelten spezielle Zeitpläne.

Reaktion der Betreiber und Partner

"Unter Beschuss standen Umspannwerke und Freileitungen 750 kV und 330 kV — die Grundlage des ukrainischen Stromnetzes. Der Feind hat auch die Erzeugung getroffen: das Wärmekraftwerk Burschtyn und das Wärmekraftwerk Dobrotwir"

— Denys Shmyhal, Energieminister

Laut Ministerium wurden die Blöcke der Atomkraftwerke vom Personal strommäßig entlastet — eine standardmäßige Schutzmaßnahme zur Bewahrung der Stabilität des Systems und zur Sicherheit der Ausrüstung. Der Systembetreiber Ukrenergo hat Polen um Notfallhilfe gebeten; das ist ein typischer Schritt, um ein Leistungsdefizit schnell auszugleichen und das Ausmaß der Abschaltungen zu reduzieren.

Kontext: Wie es insgesamt um die Energieversorgung steht

Seit dem 14. Januar herrscht in der Ukraine aufgrund der Kombination aus massiven Raketen- und Drohnenangriffen sowie eines Kälteeinbruchs eine Notsituation im Energiesektor. Experten und Betreiber betonen: Unter solchen Bedingungen kommt es nicht nur auf die Wiederherstellung von Anlagen an, sondern auch auf die Fähigkeit des Systems, Leistungen schnell umzuverteilen und externe Hilfe zu erhalten.

Was das weiter bedeutet

Kurzfristig: wahrscheinliche verstärkte Rotationen von Notabschaltungen, insbesondere in Regionen, die an die beschädigten Leitungen angrenzen. Mittelfristig: wachsende Bedeutung grenzüberschreitender Hilfe und ein Bedarf an Reparaturen der Hochspannungsleitungen, die Zeit und Ressourcen erfordern. Politisch und operativ ist es wichtig, dass die Ankündigungen der Partner in konkrete Lieferungen von Technik, Material und logistische Unterstützung umgesetzt werden.

Das System hält stand, doch die verwundbare Stelle bietet dem Gegner die Chance, großen wirtschaftlichen und psychologischen Schaden anzurichten. Jetzt stellt sich die zentrale Frage: Werden die Partner und die eigenen Dienste schnell genug und mit ausreichenden Ressourcen handeln können, um die Dauer der Einschränkungen zu minimieren und die volle Stabilität des Netzes wiederherzustellen?

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