FT: Frankreich und Italien führen nichtöffentliche Verhandlungen mit dem Iran wegen der Straße von Hormus — was bedeutet das für Preise und die Energiesicherheit der Ukraine

Paris und Rom bemühen sich, den maritimen Ölexport wieder aufzunehmen, ohne den Konflikt zu eskalieren. Für die Ukraine ist das eine Frage der Stabilität des Kraftstoffmarktes und der makrofinanziellen Risiken.

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Фото: EPA / DIVYAKANT SOLANKI

Hinter den Kulissen: Was passiert

Die Financial Times berichtet unter Berufung auf gut informierte Quellen, dass mehrere europäische Hauptstädte, darunter Frankreich und möglicherweise Italien, begonnene vertrauliche Gespräche mit Teheran über die sichere Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus führen. Ziel ist es, den Export von Öl und Gas wiederherzustellen, ohne den Konflikt nach den US‑ und israelischen Angriffen auf den Iran, die am 28. Februar 2026 begannen, weiter auszudehnen.

Die Gespräche befinden sich derzeit in einer Phase vorläufiger Konsultationen und, so betonen FT‑Quellen, es gibt keine Garantien für ihren Erfolg – unter anderem wegen der Zurückhaltung europäischer Marinen, beim Geleitschutz von Tankern das Risiko einer Eskalation auf sich zu nehmen.

„Es gibt keinerlei Garantie dafür, dass die Verhandlungen vorankommen oder dass der Iran bereit ist, sich in dieser Frage zu einigen.“

— Zwei Beamte, die über die Gespräche informiert sind

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wurden 2025 im Durchschnitt etwa 20 Mio. Barrel pro Tag durch die Straße von Hormus transportiert — rund 25 % des weltweiten Seehandels mit Rohöl. Alternative Lieferwege sind begrenzt, weshalb Unterbrechungen der Seetransporte schnell globale Preise und Logistikkosten beeinflussen.

In der Ukraine sind die Folgen bereits spürbar: steigende Kraftstoffpreise und zusätzlicher Druck auf die Inflation, wie LIGA.net berichtete. Für Unternehmen und Haushalte bedeutet das kurzfristige Mehrkosten, für den Staatshaushalt Risiken eines Anstiegs tariflicher Belastungen und den Bedarf an makroökonomischer Unterstützung.

Risiken und Szenarien

Es gibt mehrere realistische Szenarien: von einer vorübergehenden Vereinbarung mit Teheran, die die Risikoaufschläge an den Märkten senkt, bis hin zu einer anhaltenden Blockade und weiter steigenden Preisen. Europäische Flottillen, insbesondere Schiffe aus Frankreich, Italien und Griechenland im Roten Meer, sind bereit, vorsichtig zu agieren wegen des Risikos einer Eskalation, was die operativen Optionen zur Problemlösung einschränkt.

Für die Ukraine ist es wichtig, dass europäische Initiativen von diplomatischer Koordination, Diversifizierung der Lieferungen und Mechanismen finanzieller Unterstützung begleitet werden, um den Kraftstoffmarkt im Falle weiterer Preissprünge zu stabilisieren.

Wie geht es weiter

Solange die Verhandlungen intransparent geführt werden, bleibt die zentrale Frage, ob diese Kontakte zu einem Mechanismus führen, der die Risiken für die Schifffahrt reduziert, oder ob sie ein Element diplomatischer Manöver bleiben. Für die Ukraine sind die Folgen dieser Entscheidungen keine abstrakte Geopolitik, sondern reales Geld in den Geldbeuteln und die Möglichkeit, den Wiederaufbau der Wirtschaft während des Krieges zu planen.

Fragen an die Partner: Reichen europäische Einigkeit und Ressourcen aus, um den globalen Energiemarkt aus diesem Risikovakuum zu ziehen, und welche Rolle spielt die Ukraine bei der Koordination solcher Schritte?

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