General vom GUR im Energieministerium: Warum braucht der Energieminister einen Berater aus dem Rüstungssektor

Ivan Hawryljuk – ein Mann, der ein halbes Jahr lang die Beschaffungen im Verteidigungsministerium leitete – berät nun auf ehrenamtlicher Basis Schmygal bereits in einem anderen Ministerium. Dieser Wechsel zeigt, wie die Rüstungsindustrie-Logik allmählich in zivile Bereiche eindringt.

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Іван Гаврилюк, Денис Шмигаль (фото: пресслужба Міненергетики)

Generalleutnant Iwan Hawriljuk, der im April 2025 auf eigenen Wunsch sein Amt als Erster Stellvertreter des Verteidigungsministers aufgab – ohne offiziellen Grund angeben zu müssen – kehrt nun in den öffentlichen Dienst zurück. Allerdings an anderer Stelle: Die Pressestelle des Energieministeriums gab seine Ernennung zum Berater des Ersten Vizepremierministers Denys Schmyhal in Fragen des Rüstungskomplexes bekannt. Die Position wird auf ehrenamtlicher Basis besetzt.

Wer ist Hawriljuk und warum ist dieser Name wichtig

Nach seinem Karriereprofil ist Hawriljuk in erster Linie ein Logistiker und Einkäufer in Uniform. Vor seinem Wechsel zum Verteidigungsministerium war er Berater des Kommandanten der Logistik-Streitkräfte der ZSU und leitete die Hauptverwaltung für Logistik, außerdem fungierte er als Stellvertreter des Generalstabschefs. Im Oktober 2023 ernannte das Kabinett ihn zum Stellvertreter des Verteidigungsministers, im Mai 2024 zum Ersten Stellvertreter unter Rustem Umerow.

Genau in dieser Zeit arbeitete das Verteidigungsministerium lautstark einen Skandal um das Staatsunternehmen „Agentur für Verteidigungseinkäufe" auf und entließ dessen Leiterin. Laut Hawriljuks eigenen Aussagen entwickelte sich das Problem Ende 2024 zu einer Medienfrage. Dem Nachrichtenportal Babel zufolge wurde er aufgrund der Belastung durch die Lösung der Probleme der Agentur für Verteidigungseinkäufe im Herbst 2024 ins Krankenhaus eingewiesen. Im April 2025 trat er zurück, ohne den Grund öffentlich zu nennen.

Was bedeutet ein Rüstungskomplex-Berater im Energieministerium

Auf den ersten Blick sind Energiewirtschaft und Rüstungsindustrie unterschiedliche Bereiche. Die Logik der Ernennung wird jedoch verständlicher, wenn man den Kontext berücksichtigt: Ukrainische Rüstungsbetriebe sind energieintensive Produktionen, die eine garantierte Stromversorgung, Kapazitätsreserven und Priorisierung unter Bedingungen von Stromerzeugungsmangel benötigen.

Darüber hinaus beteiligt sich das Energieministerium an der Koordination des Schutzes kritischer Energieinfrastruktur, die direktes Ziel russischer Anschläge ist. Ein Berater mit Erfahrung in Militärlogistik und Beschaffung ist hier keine Dekoration, sondern eine potenzielle Brücke zwischen den Anforderungen der Rüstungsindustrie und den Möglichkeiten des Energiesystems.

„Er hat riesige Erfahrung im Bereich Logistik und Beschaffung"

Denys Schmyhal über Hawriljuk – nach dessen Ernennung zum Ersten Stellvertreter des Verteidigungsministers 2024

Schmykhals neue Rolle als Faktor

Ein wichtiger Aspekt: Schmyhal ist nicht nur Energieminister, sondern Erster Vizepremierminister, also eine Person mit Koordinierungsbefugnissen auf Regierungsebene. Der Berater bei ihm für Rüstungskomplexfragen erhält damit faktisch eine Position an der Schnittstelle zweier Sektoren – des Energie- und des Rüstungsindustriesektors – ohne formalen Status eines Staatsbeamten und ohne öffentliche Rechenschaftspflicht über die Ergebnisse.

Eine Ernennung auf ehrenamtlicher Basis sieht weder ein Gehalt aus dem Budget noch eine obligatorische Offenlegung von Arbeitsergebnissen vor. Dies ist eine Standardpraxis, bedeutet aber auch: Die Gesellschaft erfährt nicht, welche Entscheidungen dieser Berater vorbereiten oder blockieren wird.

  • Erfahrung: ZSU-Logistik, Beschaffungen des Verteidigungsministeriums, Koordination mit der Rüstungsindustrie
  • Status: Ehrenamtliche Basis – ohne Budgetposten und formale Rechenschaftspflicht
  • Kontext: Schmyhal koordiniert die Regierung als Erster Vizepremierminister, nicht nur als Leiter des Energieministeriums

Falls das Energieministerium tatsächlich einen systemischen Mechanismus zur Priorisierung der Stromversorgung für Rüstungsbetriebe vorbereitet, ist Hawriljuk eine logische Figur für solche Arbeit. Falls nicht – bleibt sein Erscheinen im Ministerium eine unverständliche Kaderpause zwischen zwei Ernennungen. Die Antwort wird sich zeigen, wenn und falls das Ministerium konkrete Initiativen unter seiner Beteiligung bekannt macht.

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