Das iranische Korps der Wächter der islamischen Revolution (KWIR) führte einen Raketenangiff auf zwei Öltanker der VAE in der Straße von Hormus durch. Unter den acht verletzten Besatzungsmitgliedern befinden sich zwei ukrainische Bürger.
Was geschah
Marineflugkörper der KWIR trafen die Tanker „Mombasa" und „Al-Bahia", während diese durch den südlichen Schifffahrtskanal der Straße fuhren – in den Territorialgewässern des Oman. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums der VAE kam an Bord der „Mombasa" ein indischer Seemann ums Leben, weitere sechs Inder und zwei Ukrainer wurden verletzt. Nach den Einschlägen brachen auf beiden Schiffen Brände aus.
Die KWIR übernahm die Verantwortung für den Angriff und bezeichnete die Tanker als „unangemessen": Nach Version Teherans ignorierten die Schiffe Warnungen, schalteten Navigationssysteme aus und versuchten, die Straße ohne Genehmigung der iranischen Seite zu durchfahren. In der Erklärung der KWIR wurden die Namen der Schiffe jedoch nicht genannt – eine Diskrepanz, die weder der Iran noch internationale Beobachter bislang erklärten.
Reaktion Kyjiws
„Wir verurteilen entschieden die Raketenflugkörperanschläge des Iran auf die Öltanker der Vereinigten Arabischen Emirate in der Straße von Hormus, bei denen zwei ukrainische Bürger verletzt wurden. Wir fordern auf, die Kampfhandlungen sofort einzustellen und die Straße vollständig zu öffnen".
Andrij Sybiga, Außenminister der Ukraine
Nach Angaben von Sybiga koordinieren ukrainische diplomatische Vertretungen in den VAE und dem Oman bereits Hilfsmaßnahmen für die verletzten Seeleute mit lokalen Behörden.
Breiterer Kontext
Der Angriff ereignete sich vor dem Hintergrund einer drastischen Eskalation der amerikanisch-iranischen Konfrontation. Das Zentralkommando der USA hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mindestens drei aufeinanderfolgende Nächte Anschläge auf iranische Militärobjekte durchgeführt. Parallel dazu kündigte Präsident Trump die Wiederaufnahme einer Seeblockade iranischer Häfen und die Erhebung eines 20-prozentigen Zolls auf Schiffe an, die die Straße durchfahren.
Der Iran wiederum behauptet: Handelsschiffe müssen durch den Korridor entlang der iranischen Küste fahren und müssen die Genehmigung Teherans erhalten. Genau diese Anforderung sollen die „Mombasa" und „Al-Bahia" ignoriert haben – und stattdessen die südliche Route durch omanische Gewässer gewählt haben.
- Todesfälle: 1 (Bürger Indiens, an Bord der „Mombasa")
- Verletzte: 8 – 6 Inder, 2 Ukrainer
- Schiffe: „Mombasa" und „Al-Bahia", Flagge der VAE
- Ort: südlicher Korridor der Straße von Hormus, Gewässer des Oman
Durch die Straße von Hormus fließen etwa 34% des weltweiten Öltransits. Jede längere Blockade oder ein Reglement des „genehmigten Korridors" wirkt sich direkt auf die globalen Energiepreise aus – und auf alle, die auf dem Meer verdienen, einschließlich tausender ukrainischer Seeleute in der Region.
Falls die USA und der Iran sich bis zum Ende der aktuellen Verhandlungsrunde nicht auf ein Schifffahrtsregime einigen, bleibt die Frage, welche Route als „legal" gilt, faktisch eine Waffe in den Händen Teherans – unabhängig von jeglichen Erklärungen zur „offenen Straße".