Warum Sony Speicher für PS5 rechtzeitig einkaufte, während Konkurrenten dies nicht schafften

Während Smartphone- und Computerhersteller vor Preiserhöhungen aufgrund von Speichermangel warnen, sagt Sony: Ihre Vorräte reichen für zwei Jahre. Das ist kein Glück, sondern das Ergebnis einer durchdachten Wette auf GTA VI.

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Ілюстративне фото: Depositphotos

Der globale RAM-Markt ist in Aufruhr: Die Nachfrage von KI-Serverherstellern leert die DRAM- und NAND-Chip-Lager, die Preise steigen, und Unternehmen von Nintendo bis zu Smartphone-Herstellern warnen vor möglichen Lieferengpässen. Vor diesem Hintergrund klingt Sonys Aussage fast wie eine Ausnahme – das Unternehmen erklärt, dass es sich Speicher für die PlayStation 5 im Voraus gesichert hat und bis April 2027 keine Probleme mit der Konsolenproduktion erwartet.

Die Erklärung ist einfach: Sony handelt vorausschauend, weil es das Veröffentlichungsdatum des Hauptnachfragetreibers kennt. Grand Theft Auto VI wird am 19. November veröffentlicht, und das Unternehmen bereitet sich auf einen Anstieg der Konsolenverkäufe genau zu diesem Release vor. Chips im Voraus zu kaufen, während Konkurrenten noch in die Gänge kommen, ist eine praktische Lösung, die verhindert, dass die Konsolenproduktion nicht wegen mangelnder Nachfrage, sondern wegen leerer Lieferantenlager ins Stocken gerät.

Die Zahlen des letzten Quartals zeigen ein Paradoxon: Die Konsolenverkäufe sanken gegenüber dem Vorjahr von 2,5 Millionen auf 1,6 Millionen Einheiten, aber der Betriebsgewinn der Gaming-Sparte stieg um 37% auf 54,1 Milliarden Yen. Dies funktioniert nach dem bewährten Prinzip des Konsolengeschäfts: Das Geld verdient das Unternehmen nicht mit der Hardware, sondern mit dem Ökosystem. 125 Millionen monatlich aktive Benutzer – das sind PlayStation-Plus-Abos, Käufe im PlayStation Store, Mikrotransaktionen. Je mehr Menschen bereits eine Konsole haben, desto weniger kritisch ist die Geschwindigkeit neuer Verkäufe.

Hier ergibt sich eine praktische Schlussfolgerung für Käufer: Sony schweigt sich bisher über den PS5-Preis während der GTA-VI-Release-Saison aus. Der Speichermangel auf dem Markt ist keine Abstraktion, sondern der Grund, warum Nintendo beispielsweise bereits vor möglichen Preiserhöhungen für seine Geräte gewarnt hat. Wenn Sony tatsächlich Chip-Bestände zu alten, vor der Krise geltenden Preisen gesichert hat, kann es sich leisten, den PS5-Preis auch auf Höhepunkten der Nachfrage nicht zu erhöhen – und das wird im November und Dezember ein Wettbewerbsvorteil sein.

Die Frage ist, ob dieser Puffer bis 2027 reicht, oder ob Sony die Speichermenge nur für den unmittelbaren Nachfragehöhepunkt fixiert hat und dann Chips zu neuen, höheren Preisen kaufen muss – dann wäre eine PS5-Preiserhöhung nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

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