Erdrutsch in Chunqing: Warum die Evakuierung von 1100 Menschen 51 Todesfälle nicht verhindern konnte

In China warnte die Behörden bereits im Voraus vor der Gefahr, Menschen wurden evakuiert, doch die Erdrutsche wurden dennoch zur tödlichsten in zehn Jahren. Das Problem erwies sich nicht als unzureichende Reaktion auf die Warnung, sondern als das Ausmaß der Naturkatastrophe, das sich durch die Evakuierung eines Gebietsumkreises nicht eindämmen lässt.

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Im Bezirk Penshui der Millionenstadt Chongqing ist die Zahl der Todesfälle durch einen Erdrutsch auf 51 Menschen gestiegen, weitere 10 werden vermisst. Dies ist die tödlichste Katastrophe dieser Art in China seit 2015, berichtet Bloomberg.

Das paradoxeste an dieser Tragödie ist, dass sie für die Behörden keine Überraschung war. Noch bevor sich die Erdmassen in Bewegung setzten, registrierten örtliche Dienste Gefahrenzeichen und schafften es, etwa 1100 Einwohner zu evakuieren. Das Warnsystem funktionierte. Und trotzdem starben 51 Menschen.

Wenn Evakuierung nicht alle rettet

Am 17. Juli rutschten Stein- und Erdmassen von einem Abhang ab und begruben Wohnhäuser am Ufer des Flusses Wujiang. Dutzende Menschen wurden unter den Trümmern begraben — Menschen, die entweder nicht in der Evakuierungszone waren oder in ihren Häusern blieben, ohne sich des Ausmaßes der Bedrohung bewusst zu sein.

Dies ist das Kernproblem bei Erdrutschen im Gegensatz zu beispielsweise Überschwemmungen: Das Schadensgebiet wird durch die Topografie eines bestimmten Hangs bestimmt, und selbst ein genaues Risikomodell kann die Fläche der Erdmassenbewegung unterschätzen. Die richtige Anzahl von Menschen wurde evakuiert — nur nicht aus dem richtigen Gebiet.

18.000 Kubikmeter gegen Rettungskräfte

Die örtlichen Behörden teilten mit, dass die Such- und Rettungsoperation durch das Volumen der Trümmer — etwa 18.000 Kubikmeter Stein und Erde, die sich auf einem begrenzten Gebiet angesammelt haben — erheblich erschwert wird. Zum Vergleich: Das entspricht etwa 900 Kipper-Lastwagen voller Material, das von Hand oder mit schwerer Ausrüstung ausgeräumt werden muss, mit dem Risiko, weitere Zusammenbrüche auszulösen.

Chinas Anführer Xi Jinping ordnete an, die Rettungsoperation zu intensivieren und Maßnahmen zu ergreifen, um ähnliche Tragödien in der Zukunft zu verhindern. Die Formulierung ist typisch für solche Anordnungen, aber das Kernproblem liegt nicht in der nachträglichen Reaktion.

Regenzeit als systemisches Risiko

Bloomberg weist darauf hin, dass die Tragödie erneut die Gefahr der Sommerregenzeit im Südwesten Chinas bestätigt. Anhaltende Niederschläge destabilisieren Berghänge in Regionen mit instabilem Gelände, und das Risiko von Erdrutschen ist dort nicht ein einmaliges, sondern ein jährliches Phänomen.

Dies ist bereits die zweite ähnliche Meldung in kurzer Zeit — früher wurde über einen Erdrutsch mit 8 Todesfällen und 34 Vermissten in einem anderen Bezirk berichtet. Die Frage ist nicht, ob es in dieser Saison zu weiteren Erdrutschen kommt, sondern ob China von der Evakuierung auf der Grundlage von Warnungen zu einer genaueren Kartierung der Risikozonen vor Beginn der Regenfälle übergehen kann.

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