Was passiert ist
Die Auswahlkommission hat einen Kandidaten für den Posten des Leiters des Staatlichen Zolldienstes ausgewählt — das kann entweder Orest Mandzij, Leiter der sechsten Abteilung der Ermittler des NABU, oder Ruslan Damentsov, stellvertretender Leiter der zweiten Abteilung der Ermittler des NABU, sein. Die Entscheidung des Ausschusses löste öffentliche Kritik seitens des Vorsitzenden des zuständigen Parlamentsausschusses Danylo Hetmantsev aus, der den Wettbewerb als Enttäuschung bezeichnete.
Warum das gerade jetzt wichtig ist
Der Zolldienst hat seit mehr als vier Jahren keinen ständigen Leiter — seit Pavlo Riabikin im November 2021 ins Kabinett wechselte. Das Problem der personellen Vakanz überschneidet sich mit einer Herausforderung: Grenzkontrollen und der Kampf gegen Schmuggel wirken sich direkt auf Staatseinnahmen und Lieferlogistik aus, was im Krieg eine besondere Bedeutung gewinnt.
Kritik und Signale aus Reihen der Behörden
"Der Wettbewerb hat enttäuscht"
— Danylo Hetmantsev, Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Finanzen, Steuern und Zollpolitik
Hetmantsev sagt, er habe eine andere Logik vom Wettbewerb erwartet — seiner Meinung nach hätte die Abstimmung "nicht um die Auswahl von 'opeshnych' oder 'nabushnych' gehen sollen, sondern ehrlich" unter Beteiligung internationaler Experten. Der Abgeordnete deutete außerdem an, dass unter den Ausgeschiedenen stärkere Kandidaten gewesen seien, und forderte die Kommission auf, ihre Entscheidung offen zu erklären.
"In sieben Jahren habt ihr keine einzige Person hervorgebracht, die in der Lage ist, einen Wettbewerb zu bestehen..."
— Yaroslav Zheleznyak, erster stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses
Die Stellungnahme des ersten Stellvertreters von Hetmantsev unterstreicht eine andere Interpretation: ein Mangel an Personal in der Verwaltung und eine Abwanderung von Fachkräften, die sich unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht an staatliche Ämter binden wollen.
Kontext: Verbindungen zwischen Anti-Korruptions-Behörden
Danylo Hetmantsev wies auf eine mögliche Konzentration von Einfluss hin: Seiner Darstellung zufolge agiere heute im politischen Raum "eine übermächtige Gruppe", die angeblich Zoll, BEB, NABU und SAP in ihren Händen vereine. Zur Erinnerung: Das Büro für Wirtschaftsermittlungen (BEB) wurde 2025 von Oleksandr Tsyvinskyj, einem ehemaligen Mitarbeiter des NABU, geleitet — ein Umstand, der in den Diskussionen als Zeichen für das "Überlaufen" von Personal zwischen den Behörden gewertet wird.
Was Experten sagen und welche Folgen möglich sind
Analytiker weisen auf zwei Logiken der Wahl hin: Erstens kann die Ernennung von NABU-Ermittlern bedeuten, dass die Ermittlungs-Komponente des Zolldienstes gestärkt werden soll — mehr Aufmerksamkeit für die Aufklärung von Schmuggel. Zweitens schafft sie das Risiko einer politischen Konzentration von Einfluss, wenn Spitzenkräfte in verschiedenen Behörden aus demselben Umfeld stammen und koordiniert ohne angemessene Transparenz handeln.
Die Folgen für Wirtschaft und Sicherheit können gegensätzlich sein: Effektive Ermittlungen können Schmuggel reduzieren und die Haushaltskassen füllen, während ein Zusammenwachsen der Einflüsse ohne unabhängige Kontrollmechanismen das Risiko von Machtmissbrauch erhöht.
Kurze Chronik der Leitung des Staatlichen Zolldienstes
- Pavlo Riabikin — verließ das Amt im November 2021 und wechselte ins Kabinett.
- Nach ihm führten vorübergehend die Aufgaben: Vyacheslav Demchenko (Direktor der Abteilung zur Bekämpfung des Schmuggels) und Serhii Zviahintsev (stellvertretender Leiter des Staatlichen Zolldienstes).
- Die Vakanz besteht seit über vier Jahren — das erschwert die Ausarbeitung einer langfristigen Personalstrategie für den Zoll.
Fazit
Die Entscheidung der Kommission ist nicht nur ein innerer Personalakt. Sie beeinflusst, wie schnell und transparent der Staat Schmuggel bekämpfen und wirtschaftliche Interessen während des Krieges schützen kann. Ob die Ernennung ein Impuls für echte Veränderungen wird, hängt von zwei Dingen ab: offenen Erklärungen der Auswahlkommission und von Mechanismen unabhängiger Kontrolle über die Arbeit des neuen Zolldirektors. Ohne beides bleibt das Risiko bestehen, dass der Kampf gegen Schmuggel deklarativ bleibt.