Fristen und Zahlen
Die Auswahlkommission für die Besetzung der Leitung der Nationalagentur für die Auffindung und das Management von Vermögenswerten (ARMA) hat die Frist zur Einreichung der Unterlagen bis zum 9. Februar verlängert. Die Entscheidung fiel während der Live-Übertragung der Sitzung auf der Website des Kabinetts. Zuvor war die Deadline auf den 19. Januar festgelegt worden.
Nach Angaben der Vorsitzenden der Kommission sind nur 13 Bewerbungen eingegangen.
"Leider ist das nicht die Anzahl, die wir als Kommission gerne gesehen hätten, um unserer Ansicht nach einen möglichst wettbewerbsfähigen Auswahlprozess zu gewährleisten und den besten Kandidaten für diese Position zu wählen."
— Kateryna Ryzhenko, Vorsitzende der Auswahlkommission
Warum das wichtig ist
ARMA ist zuständig für die Auffindung und Verwaltung von Vermögenswerten, die Korruptionsverdächtigen und staatlichen Rechtsbrechern entzogen wurden. Die Effektivität der Agentur beeinflusst direkt die Ressourcenbasis für den Wiederaufbau von Infrastruktur und die Umsetzung von Antikorruptionsmaßnahmen. Eine geringe Zahl an Bewerbern erhöht das Risiko, dass der Auswahlprozess nicht ausreichend transparent oder fachlich kompetent ist — und das untergräbt das Vertrauen von Partnern und Investoren.
Im Juni verabschiedete die Werchowna Rada ein Gesetz zur Neuausrichtung von ARMA: Die Auswahlkommission soll nun höchstens zwei Kandidaten nominieren, und das Kabinett ernennt den Vorsitzenden für eine Amtszeit von fünf Jahren innerhalb von zehn Tagen nach Erhalt des Kommissionsvorschlags. Die vorherige Leiterin, Olena Duma, wurde am 30. Juli 2025 auf eigenen Wunsch von ihrem Amt entbunden — seitdem arbeitet die Agentur ohne feste Führung.
Warum es wenige Kandidaten gibt (kurze Analyse)
Expertinnen und Experten nennen mehrere wahrscheinliche Gründe: strenge Anforderungen und gründliche Prüfungen, ein hohes politisches Risiko für eine Führungsperson dieses Profils sowie intensive Aufmerksamkeit seitens internationaler Partner. Zudem kann der Wettbewerb durch rechtliche Änderungen und die Unsicherheit darüber gebremst werden, wie der neue Ernennungsmechanismus in der Praxis funktionieren wird.
Was als Nächstes — praktische Folgen
Die Verlängerung der Frist verschafft Zeit, zusätzliche Bewerbungen zu gewinnen und den Auswahlprozess transparenter zu machen. Gleichzeitig ist sie ein Signal an das Kabinett und an Geber: Entweder muss die Teilnahme von Fachkräften aktiv gefördert werden, oder es müssen Kommunikation und Auswahlkriterien überarbeitet werden. Steigt die Zahl der Bewerber nicht, droht die Kommission dem Kabinett einen engeren Kandidatenpool vorzuschlagen — und damit könnte die Qualität der Ernennung leiden.
Die Erklärung ist einfach: Die Position der ARMA-Leitung bedeutet nicht nur Vermögensverwaltung, sondern ist zugleich ein Test dafür, ob der Staat in der Lage ist, effektiv Ressourcen zurückzuführen, die für Wiederaufbau und die Stärkung staatlicher Institutionen benötigt werden.
Fazit
Nun sind diejenigen am Zug, die die Agenda bestimmen: Die Auswahlkommission muss die Attraktivität des Verfahrens erhöhen, das Kabinett sollte bereit sein, auf die Ergebnisse rasch zu reagieren, und Öffentlichkeit sowie Geber sollten den Prozess überwachen. Ob es gelingt, qualifizierte Kandidaten zu gewinnen und Erklärungen in reale Rückführungszahlen zu verwandeln, wird entscheiden, wie leistungsfähig das System der staatlichen Vermögensverwaltung in den kommenden Jahren sein wird.