China kauft russisches Öl zu Abschlägen: Sinkende indische Nachfrage untergräbt die Einnahmen des Kremls

Die Lieferungen russischen Rohöls nach China sind von 1,39 auf 2,09 Millionen Barrel pro Tag gestiegen; Rabatte für Urals bis zu 12 US-Dollar pro Barrel. Was das für die Haushaltseinnahmen Russlands und für die Sicherheit der Ukraine bedeutet — wir analysieren Punkt für Punkt.

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Фото: depositphotos.com (ілюстративне)

Kurz

Nach Angaben von Bloomberg stiegen die Lieferungen russischen Rohöls zu chinesischen Häfen von 1,39 Mio. Barrel pro Tag im Dezember auf 2,09 Mio. Barrel pro Tag in den ersten 18 Tagen des Februar. Teilweise kompensierte dieses Wachstum die Einbußen durch geringere Käufe Indiens, das in den letzten Monaten seine Importe auf etwa 1,2 Mio. Barrel pro Tag reduziert hat.

Was genau geschehen ist

Bloomberg berichtet unter Berufung auf Schiffsverfolgungsdaten, dass chinesische Raffinerien ihre Einkäufe von russischem Öl ausweiten, angelockt durch Abschläge. Händler sagen, dass der Abschlag des Urals gegenüber Brent etwa 12 $ pro Barrel erreicht hat, was das russische Rohöl für Raffinerien in China wirtschaftlich attraktiv macht.

„Die Abschläge beim Urals machen die Lieferungen für chinesische Raffinerien rentabel — sie füllen einfach das Rohstoffdefizit zu einem günstigen Preis.“

— von Bloomberg befragte Händler

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Erstens trifft der Rückgang der Einnahmen die Staatskassen des Kremls: Im Januar haben sich die öl- und gasbezogenen Einnahmen Russlands im Vergleich zum Januar 2025 halbiert. Zweitens erschweren weniger stabile und weniger ertragreiche Einnahmeströme die langfristige Finanzierung militärischer Ausgaben.

Wichtig ist jedoch, die Mechanik zu verstehen: Der Rückgang der Einnahmen geschieht nicht sofort. Russland kann Ströme umlenken, Preismanöver oder Subventionen einsetzen, um den Haushalts-Schock abzufedern. Analysten weisen auch darauf hin, dass die erhöhten Lieferungen nach China den Effekt der nachlassenden indischen Nachfrage teilweise neutralisieren, die Verluste bei den Erlösen aber nicht vollständig ausgleichen.

„Die steigenden Lieferungen nach China kompensieren die Mengen, aber nicht die äquivalenten Erlöse: Die Russen verkaufen billiger, daher bleibt die Wirkung auf die Einnahmen negativ.“

— Analysten des Energiemarkts, Kommentar gegenüber Bloomberg

Wie geht es weiter?

Wenn sich der Trend fortsetzt — steigende Lieferungen nach China mit Abschlägen bei gleichzeitiger Verringerung der indischen Nachfrage — könnte der haushaltliche Druck auf den Kreml zunehmen. Für die Ukraine bedeutet das zweierlei: Erstens reduziert langfristige wirtschaftliche Schwäche Russlands seine Möglichkeiten, die Kriegsmaschine zu unterstützen; zweitens eröffnet sich ein Fenster für externen Druck und eine Sanktionsstrategie, die den strategischen Druck auf Moskau verstärken würde.

Frage an Partner und Markt: Wird es gelingen, den vorübergehenden Rückgang der Einnahmen Russlands in einen dauerhaften strategischen Vorteil für die Ukraine zu verwandeln — oder wird Moskau Wege finden, den Schlag abzufedern? Die Antwort hängt von der Koordination der Politik, der Kontrolle über die Logistik der Lieferungen und der Überwachung der Preismanöver auf dem Weltölmarkt ab.

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