Litauen bestellt Bolide‑Raketen für 320 Mio. € — Stärkung der Luftverteidigung vor dem Hintergrund eines rekordhohen Verteidigungsbudgets

Das ist nicht einfach ein Rüstungsankauf, sondern eine langfristige Garantie für Lieferungen in den Jahren 2026–2032. Wir analysieren, was genau gekauft wurde, warum man sich für den RBS‑70 entschieden hat und welche Auswirkungen das auf die Sicherheit der Region hat.

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Was unterzeichnet wurde

Das Verteidigungsministerium Litauens hat einen Vertrag mit dem schwedischen Unternehmen SAAB über die Lieferung von Raketen des Typs Bolide für tragbare Kurzstrecken-Luftverteidigungssysteme RBS‑70 im Wert von über 320 Mio. Euro abgeschlossen. Nach Angaben des Ministeriums wird dieser Vertrag zusammen mit vorherigen Vereinbarungen eine kontinuierliche Versorgung mit Munition dieses Typs für die Streitkräfte Litauens im Zeitraum 2026–2032 sicherstellen.

„Die Stärkung der Luftverteidigung ist eine unserer Hauptprioritäten“

— Robertas Kaunas, Verteidigungsminister Litauens

Technische Details und Lieferumfang

RBS‑70 ist ein tragbares System, das aus einem Stativ, einer Abschussvorrichtung und einer Rakete besteht. Die Bolide-Raketen sind für die Bekämpfung von Luftzielen auf Entfernungen bis zu 9 km ausgelegt und können Panzerungen bis zu einer Dicke von 200 mm durchschlagen. Die Entscheidung Litauens wird mit einfacher Wartung, Mobilität und Wirksamkeit bei Tag und Nacht begründet.

Neben Bolide umfasst das Kaufpaket rückstoßfreie Granatwerfer Carl‑Gustaf M4, die dazugehörige Munition, Einweg-Granatwerfer AT4 sowie mobile Luftabwehrsysteme für kurze Reichweiten.

Kontext: Haushalt und Strategie

Die Vereinbarung fällt in den Kontext des für Litauen rekordhohen Verteidigungshaushalts für 2026 — 4,78 Mrd. Euro, was etwa 5,38 % des BIP entspricht und um 43 % über dem Niveau von 2025 liegt. Dies unterstreicht die gestiegene Priorität, den Luftraum zu schützen und in die Verteidigungsresilienz zu investieren.

Was das für die Region und die Ukraine bedeutet

Erstens bedeuten kontinuierliche Lieferungen von Bolide, dass litauische Luftabwehreinheiten eine planbare Logistik für Rotationseinsätze und Übungen erhalten — ein wichtiger Faktor für die operative Widerstandsfähigkeit. Zweitens fungieren mobile Luftabwehrsysteme für kurze Reichweiten als „letzte Schutzlinie“ gegen Drohnen und Angriffsflugzeuge — genau jene Bedrohungen, die heute in europäischen Konfliktgebieten besonders relevant sind.

Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass solche Beschaffungen das Gesamtniveau der kollektiven Verteidigung erhöhen: Sie schützen nicht nur das Hoheitsgebiet Litauens, sondern verringern auch das Eskalationsrisiko durch eine verstärkte Kontrolle des Luftraums in Grenzregionen.

Fazit

Technisch gesehen ist dies eine Verbesserung der nahbereichsbezogenen Luftverteidigungsfähigkeiten. Strategisch ist es ein deutliches Signal: Das Land investiert in reale Verteidigungsressourcen und legt eine logistische Basis für Stabilität über Jahre hinweg. Die nächste Aufgabe für die Partner besteht darin, sicherzustellen, dass Lieferungen und Schulungen rechtzeitig erfolgen, denn mitunter hängt vom Lieferkalender mehr ab als von der reinen Vertragssumme.

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