Kurz und wichtig
Der Nominierungsausschuss hat einstimmig vier internationale unabhängige Mitglieder des Aufsichtsrats der NAEK «Energoatom» bestätigt. Diese Entscheidung ist kein symbolischer Akt, sondern ein Schritt zur Wiederherstellung externer Kontrolle, zur Erhöhung der Standards der nuklearen Sicherheit und zur Transparenz bei Beschaffungen.
Wer in den Aufsichtsrat aufgenommen wurde
Руміна Велші (Rumina Velshi) — internationale Expertin für nukleare Sicherheit und regulatorische Aufsicht mit über 40 Jahren Erfahrung; ehemalige Leiterin der kanadischen Kernenergieaufsicht und der Kommission für Sicherheitsstandards der IAEA.
Лаура Гарбенчуте-Бакієне (Laura Garbenciute-Bakiene) — Spezialistin für Finanzen, Revision und Risikomanagement im Energiesektor; mehr als 25 Jahre bei PwC und in Prüfungsprojekten strategischer Energieanlagen, darunter das Kernkraftwerk Ignalina.
Патрік Фрагман (Patrick Fragman) — Ingenieur und Manager mit über 30 Jahren Erfahrung in der Kern- und Energiebranche; ehemaliger President und CEO der Westinghouse Electric Company.
Бріс Буюон (Brice Bohuon) — Jurist für Energieregulierung und Corporate Governance; tätig bei EDF International und EDF Energy, mit Erfahrung in staatlichen Regulierungsbehörden Frankreichs.
Verfahren und internationale Begleitung
Die Auswahl erfolgte einstimmig. Im Nominierungsausschuss waren Regierungsvertreter und unabhängige Beobachter beteiligt — Europäische Union, EBRD, IFC und der Business-Ombudsmann. Die Bildung des Aufsichtsrats soll nach der zusätzlichen Ernennung von drei staatlichen Vertretern in der ersten Januarhälfte abgeschlossen werden.
"Parallel dazu setzen wir die Erneuerung der Aufsichtsräte der gesamten Energiebranche fort – bei Naftogaz, Ukrhydroenergo, Ukrenergo, dem GTS-Betreiber, Centrenergo und anderen Unternehmen. Insgesamt stehen 12 Unternehmen im Fokus."
— Юлія Свириденко, Premierministerin der Ukraine
Kontext: Warum das wichtig ist
Nach den Enthüllungen bei «Energoatom» hat der Staat beschlossen, die Corporate Governance in staatlichen Energieunternehmen neu zu starten. Die Präsenz von Fachleuten aus der IAEA, Westinghouse und EDF ist ein Signal an internationale Partner: Die Ukraine erhöht die Standards für Sicherheit und Rechenschaftspflicht. Das ist nicht nur aus technischer Sicht wichtig, sondern auch für den Zugang zu Finanzierung, für Reaktorreparaturen und die Modernisierung der Infrastruktur.
Außerdem laufen staatliche Prüfungen von «Energoatom» und Unternehmen des Verteidigungssektors; deren Ergebnisse werden an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet — dies ist ein faktischer Mechanismus zur Verantwortlichkeitsdurchsetzung bei korrupten Missbräuchen und zugleich ein Mittel zur Wiederherstellung des Vertrauens der Steuerzahler.
Was als Nächstes folgt
Die Entscheidung, internationale Experten einzubeziehen, ist ein Anfang, kein Abschluss. Die nächsten Schritte: Ernennung staatlicher Mitglieder des Aufsichtsrats, Umsetzung der Empfehlungen der unabhängigen Mitglieder, Auswertung der Prüfungen und deren Implementierung in das Managementsystem. Für den Staat ist dies eine Chance, Standards zu etablieren, die die Energiebranche widerstandsfähiger und weniger anfällig für Korruptionsrisiken machen.
Fazit: Der erneuerte Aufsichtsrat mit starken internationalen Experten erhöht die Chancen auf transparente Führung von «Energoatom», auf Gewährleistung nuklearer Sicherheit und auf die Wiederherstellung des Vertrauens der Partner — und damit auch auf stabilere Finanzierung der kritischen Infrastruktur der Ukraine.