Öl — $150 oder $40: Was BlackRocks Prognose für die Ukraine bedeutet

Larry Fink stellt die Märkte vor die Wahl zwischen Extremen: ein mittleres Szenario könnte ausbleiben. Für die Ukraine geht es dabei nicht nur um Benzinpreise, sondern um Haushalt, Verteidigung und Energiesicherheit. Wir analysieren mögliche Folgen und konkrete Schritte.

28
Aktie:
Ларрі Фінк (Фото: EPA / TOLGA AKMEN)

Zwei Pole des Marktes — zwei Volkswirtschaften

BlackRock‑Chef Larry Fink zeichnete im BBC‑Interview extreme Szenarien für den Ölpreis in einem Jahr: entweder bei etwa 40 $ pro Fass oder über 150 $. Seiner Einschätzung nach wird es wahrscheinlich keinen „mittleren“ Weg geben – die Ereignisse werden sich an einem der Pole entscheiden. Die Prognose des Leiters des weltweit größten Investmentfonds ist nicht nur für Trader relevant, sondern auch für nationale Volkswirtschaften.

"Ich kann mir ein Szenario vorstellen, in dem Öl bereits in einem Jahr 40 $ pro Fass kostet, aber ebenso gut ist ein Anstieg auf über 150 $ vorstellbar... allen sollte bewusst sein, dass ein 'mittleres' Szenario höchstwahrscheinlich ausbleiben wird"

— Larry Fink, Chief Executive Officer von BlackRock (Interview mit der BBC)

Warum das für die Ukraine wichtig ist

Kurz gesagt: der Ölpreis wirkt sich auf die Inflation, die Treibstoffkosten für Unternehmen und das Militär sowie auf die Einnahmen unserer Partner und Energieversorger aus. Hohe Preise verstärken das Risiko einer globalen Rezession, was die Finanzierung von Wiederaufbau und Verteidigung erschwert. Niedrige Preise entlasten die Verbraucher, beschneiden jedoch die Einnahmen der Exportländer und können Investitionen in den Energiesektor, einschließlich Projekte, die für stabile Lieferungen wichtig sind, bremsen.

Analysten, darunter LIGA.net, haben bereits mehrere Szenarien skizziert: von einem schnellen Preisverfall im Falle einer Deeskalation bis hin zu anhaltenden Preissteigerungen, sollte die Bedrohung für die Straße von Hormus bestehen bleiben.

Aktueller Kontext, der die Risiken beeinflusst

  • Am 23. März 2026 kündigte der US‑Präsident eine Pause bei Angriffen auf den Iran an und initiierte Verhandlungen; nach inoffiziellen Angaben übergaben die USA dem Iran einen 15‑Punkte‑Plan.
  • Am 25. März teilte der Iran mit, eine Durchfahrt für «nicht feindliche» Schiffe durch die Straße von Hormus geöffnet zu haben — allerdings mit Einschränkungen und Genehmigungen, was die Unsicherheit für die Schifffahrt aufrechterhält.

Praktische Folgen und Schritte für die Ukraine

Was jetzt zu tun ist — kurz und sachlich:

1) Die energetische Diversifizierung verstärken. Investitionen in erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Effizienz beschleunigen, um die Abhängigkeit von Schwankungen bei Öl und Gas zu verringern.

2) Finanzielle Puffer und Absicherungsmechanismen aufbauen. Regierung und Unternehmen sollten Instrumente prüfen, die einen Schlag im Falle eines plötzlichen Preissprungs oder umgekehrt eines Einkommensschocks auf dem Weltmarkt abmildern.

3) Mit Partnern koordinieren. Signale von großen Marktteilnehmern (wie etwa BlackRock) sind keine Prognose für ein einzelnes Land. Für die Ukraine ist das eine Gelegenheit, Maßnahmen mit Kreditgebern und Lieferanten militärischer und energetischer Ressourcen abzustimmen.

Fazit

Die Prognose von Larry Fink ist ein Weckruf: Die Welt könnte sich in Richtung billiger Energie und Wachstum bewegen oder in eine langwierige Phase teurer Ressourcen und Rezession geraten. Für die Ukraine sind nicht nur Versuche, den Preis pro Fass vorherzusagen, wichtig, sondern systemische Schritte zur energetischen Resilienz, fiskalischen Flexibilität und internationalen Koordination. Für Regierung und Wirtschaft bleibt die Frage offen: Wird es gelingen, das Marktsignal in ein Sicherheitsinstrument zu verwandeln — digital, energetisch und finanziell?

Weltnachrichten

Politik

In einem Interview mit Reuters sagte der Präsident, Russland habe angeboten, Geheimdienstinformationen nicht an den Iran weiterzugeben, im Austausch dafür die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine einzustellen. Wir erläutern, warum dies nicht nur eine verbale Eskalation ist, sondern eine Frage der Sicherheit und des Vertrauens zwischen Partnern.

1 Stunde vor