Oura reicht Börsenantrag in den USA ein — finnisches Unternehmen mit Bewertung von 11 Milliarden Dollar, aber Investoren sehen Zahlen erst nach SEC-Prüfung

Der Smartring-Hersteller Oura hat seinen S-1-Prospekt vertraulich bei der amerikanischen Regulierungsbehörde eingereicht. Im Jahr 2025 verdoppelte das Unternehmen seinen Umsatz auf 1 Milliarde Dollar und verkaufte fast 3 Millionen Ringe — der Aktienkurs und die Anzahl der Aktien sind jedoch noch nicht bekannt.

19
Teilen:
Фото: Oura / Facebook

Fünfeinhalb Millionen verkaufte Ringe, Einnahmen, die zweimal hintereinander verdoppelt wurden, ein eigenes AI-Modell – und nun eine Anmeldung an der New Yorker Börse. Das finnische Unternehmen Oura hat getan, wovon Analysten des Wearable-Marktes lange sprachen: Es reichte vertraulich einen Entwurf der Registrierungsmitteilung Form S-1 bei der US-amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission (SEC) ein. Das eigentliche IPO wird erst nach Abschluss der Regulatorenprüfung stattfinden – und nur, wenn die Marktbedingungen das Unternehmen zufriedenstellen.

Woher die 11 Milliarden Dollar?

Im Herbst 2025 schloss Oura eine Serie-E-Finanzierungsrunde im Wert von 900 Millionen Dollar ab, woraufhin die Bewertung des Unternehmens 11 Milliarden Dollar erreichte – mehr als das Doppelte der 5 Milliarden Dollar aus der vorherigen Finanzierungsrunde 2024. Zum Vergleich: Das ist mehr als die Marktkapitalisierung der meisten börsennotierten europäischen Technologieunternehmen mittlerer Größe zum Zeitpunkt der Antragstellung.

Im Jahr 2024 überstieg der Umsatz 500 Millionen Dollar. 2025 erreichte das Unternehmen 1 Milliarde Dollar – erneut eine Verdopplung. CEO Tom Hale teilte CNBC mit, dass das Ziel für 2026 2 Milliarden Dollar beträgt: Das Unternehmen investiert in künstliche Intelligenz und internationale Expansion.

„Oura ist die Kategorieführerin im Segment der Smart Rings, und ihr öffentliches Debüt könnte der erste echte Maßstab dafür sein, wie die Märkte Health-Hardware in Kombination mit Abonnementmodellen und KI-Diensten bewerten"

Euronews, Analyse des Wearable-Marktes, Mai 2026

Geschäftsmodell: Der Ring als Anlass, monatlich zu zahlen

Das Hardware-Produkt ist nur der Einstiegspunkt. Die hauptsächlichen wiederkehrenden Einnahmen werden durch das Abonnement Oura Membership für 5,99 Dollar monatlich generiert, das Zugang zum KI-Assistenten Oura Advisor, personalisierten Erkenntnissen zu Schlaf, Fertilität, Stressniveau und Herzfrequenz bietet. Ohne Abonnement wird der Ring praktisch zu einem teuren Schrittzähler.

Genau diese Kombination – einmaliger Produktverkauf plus Abonnement – erklärt die Bewertungsmultiplikatoren, die die typischen Werte für Hardware-Unternehmen erheblich übersteigen. Sie birgt aber auch Risiken: wachsendes Abonnement-Überdruss bei Verbrauchern und verstärkte Konkurrenz durch Apple Watch und Garmin, das 2025 ein 42-prozentiges Umsatzwachstum bei Fitnessprodukten verzeichnete.

Warum Wall Street statt Helsinki?

Das Oura-IPO verschärft eine lange währende Debatte: Europa bringt technologische Champions hervor, bringt sie aber an amerikanischen Börsen an den Markt. Wie Euronews vermerkt, ist Oura ein weiteres Beispiel eines europäischen Unternehmens, das sich für Wall Street entscheidet – für Skalierbarkeit, Liquidität und tieferes Verständnis von Consumer Tech unter US-amerikanischen institutionellen Investoren.

  • Oura Ring 4 – die aktuelle Produktgeneration erschien 2024
  • 5,5 Millionen Ringe verkauft seit 2015; fast 3 Millionen allein 2025
  • Platz 14 in der CNBC Disruptor 50-Rangliste für 2026
  • Das Unternehmen erklärte Rentabilität noch vor dem IPO – selten für Tech-Startups dieser Größenordnung

Die Anzahl der Aktien und die Preisspanne wurden nicht offengelegt – Standardpraxis bei vertraulicher Einreichung. Das bedeutet, dass der tatsächliche Platzierungspreis erst bekannt wird, wenn die SEC ihre Überprüfung abgeschlossen hat und Oura beschließt, dass der Moment richtig ist.

Wenn das Unternehmen an die Börse geht mit einer Bewertung nahe bei 11 Milliarden Dollar und die Abonnentenbasis weiterhin in dem Tempo von 2025 wächst, könnte das Oura-IPO die Standards dafür umschreiben, wie viel der Markt für europäische Health-Tech zahlen möchte. Wenn aber die SEC die Überprüfung verzögert und der Markt so schnell abkühlt wie 2022, könnte Oura in der Warteschlange von Unternehmen landen, die Jahre lang auf ein besseres Fenster warten.

Weltnachrichten