Warum das wichtig ist
Im Jahr 2025 exportierten drei private ukrainische Unternehmen nach Europa mehr als 11,2 Mio. m³ gasförmigen Biomethans — der erste systematische Export dieses Kraftstoffs aus der Ukraine. Das ist nicht nur eine Zahl im Bericht: Es geht um die Diversifizierung der Exporte, zusätzliche Einnahmen für den Agrarsektor und die Stärkung des Rufs der Ukraine als zuverlässiger Lieferant erneuerbarer Energie für die EU.
Was genau exportiert wurde und wer führt
Der Export begann im Februar 2025, als das Unternehmen VitAgro als erstes 67.500 m³ Biomethan über das Gastransportsystem in die Slowakei schickte. Die Gesamtmengen verteilten sich wie folgt:
- МХП — rund 8,7 Mio. m³ (≈77 % des ukrainischen Exports an gasförmigem Biomethan).
- VitAgro — rund 2,5 Mio. m³.
- Галс Агро — eine Lieferung von über 75.000 m³ an das deutsche Unternehmen Uniper.
Außerdem haben zwei Unternehmen verflüssigtes Biomethan (bio‑LNG) per Tanklastwagen verschickt: МХП — mehr als 5.000 Tonnen, ЮМ Ліквід Газ — fast 900 Tonnen.
"Bis Mitte 2025 betrieben in der Ukraine vier Biomethananlagen mit einer Jahreskapazität von 41 Mio. m³, von denen drei Biomethan kommerziell ins Gastransportsystem einspeisten."
— Betreiber des ukrainischen Gastransportsystems
Logistik und Märkte
Der Export erfolgte über zwei Kanäle: das Gastransportsystem (für gasförmiges Biomethan) und Tanklastwagen (für bio‑LNG). Partner in Europa kaufen bereits die ersten Chargen, was auf eine reale Nachfrage hindeutet — ein wichtiger sozialer Beleg für die weitere Skalierung des Marktes.
Warum das jetzt geschah
Die Gründe sind kombiniert: die wachsende Nachfrage der EU nach erneuerbaren Alternativen, die Bereitschaft ukrainischer Agrarkonzerne, in Bioenergie-Kapazitäten zu investieren, und logistische Lösungen für den Export. Laut der Fachpublikation ExPro ist dies das erste Jahr, in dem sich der Export von Einzellieferungen zu einer systematischen Praxis entwickelt hat — ein wichtiges Signal für Investoren.
Potenzial und nächste Schritte
Bis Mitte 2025 betrug die installierte Leistung 41 Mio. m³ pro Jahr; die Hersteller planten, bis Ende 2025 weitere Anlagen hinzuzufügen, um die Kapazität auf 70 Mio. m³ zu erhöhen und die Gesamtleistung auf 111 Mio. m³ zu bringen. Wenn diese Pläne umgesetzt werden, kann die Ukraine ihre Exportströme deutlich ausbauen und ihre Rolle in den europäischen Lieferketten sauberer Energie festigen.
"Der Export von Biomethan ist nicht nur ein zusätzliches Einkommen für den Agrarsektor, sondern auch ein praktischer Beitrag zur energetischen Stabilität der europäischen Partner."
— ExPro (Fachpublikation)
Fazit
Diese 11,2 Mio. m³ sind mehr als eine erste kommerzielle Marke: Sie sind ein Test für Infrastruktur, Markt und Regulierung. Jetzt kommt es darauf an, den Starterfolg in stabile Lieferketten zu verwandeln: abgeschlossene Verträge, Investitionen in zusätzliche Kapazitäten und Unterstützung durch Staat und Partner. Ob wir diesen Trend für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung und zur Stärkung der Position der Ukraine in der europäischen Energieagenda nutzen können, wird eine Frage der nächsten Jahre sein.