Naftogaz startet Route über Klaipėda: Amber Gas Corridor stärkt die Energiesicherheit der Ukraine

Die Lieferung von amerikanischem LNG über das litauische Terminal ist kein emotionaler Akt, sondern ein praktischer Schritt zur Diversifizierung der Bezugsquellen. Wir beleuchten, wie sich das auf die Versorgungssicherheit und den Gasmarkt unter Kriegsbedingungen auswirken wird.

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LNG-термінал "Незалежність" (Фото: BNS)

Was passiert ist

Die Gruppe Naftogaz hat eine neue Importroute für Gas nach Ukraine über das litauische LNG-Terminal in Klaipėda eröffnet, teilte die Pressestelle des Unternehmens mit. Nach Litauen wurden 90 Mio. m³ amerikanischen verflüssigten Erdgases in Zusammenarbeit mit dem Energiekonzern Ignitis Group geliefert. Den Weitertransport bis Ende März wird Naftogaz eigenständig sicherstellen.

Das Unternehmen teilte außerdem mit, dass für das erste Quartal 2026 bis zu 300 Mio. m³ amerikanischen LNG für die Ukraine vertraglich gesichert worden seien. Neben Klaipėda bleibt die Hauptimportroute das polnische Terminal in Świnoujście. Außerdem wird im März 2026 das erste Gas von einem neuen Lieferanten aus Griechenland erwartet.

"Das ist ein weiterer Schritt zur Diversifizierung der Gaslieferwege für die Ukraine"

— Сергій Корецький, голова правління НАК "Нафтогаз України"

Warum das wichtig ist

Tatsächlich handelt es sich nicht nur um eine neue Logistikkette. Diversifizierung der Routen verringert die Risiken, die mit physischen Angriffen auf die Infrastruktur und der Abhängigkeit von einem einzigen Importzentrum verbunden sind. Im Kontext militärischer Bedrohungen können bereits kleine LNG-Mengen entscheidende Aufgaben erfüllen — von der Stabilisierung des Marktes bis zur Versorgung von Wärmekraftwerken und Fernwärmeanlagen.

LNG-Marktanalysten weisen darauf hin: Das Entstehen alternativer Routen verbessert die Verhandlungspositionen der Ukraine und ermöglicht flexiblere Reaktionen auf Preisschwankungen. Für den Endverbraucher ist das keine sofortige Senkung der Tarife, aber die Stärkung der Energiesicherheit ist ein klarer wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Effekt.

Wie der «Amber Gas Corridor» funktioniert und was als Nächstes kommt

Die von Naftogaz initiierte regionale Route — Amber Gas Corridor — sieht die Nutzung des Terminals "Independence" in Klaipėda zur Regasifizierung und den anschließenden Transit in die Ukraine vor. In bestimmten Phasen erfordert dies die Koordination mit europäischen Betreibern und zusätzliche logistische Lösungen, die Naftogaz in Partnerschaft mit den Lieferanten überwacht.

"Wir streben an, die Erfahrungen mit der Lieferung von LNG über das litauische Terminal 'Independence' auszubauen und es zu einer stabilen, langfristigen LNG-Lieferoption über die von uns initiierte regionale Route — Amber Gas Corridor — zu machen"

— Žygimantas Vaičiūnas, Energieminister Litauens

Praktisch bedeutet das: Testimport → Etablierung der Logistik → Abschluss langfristiger Verträge. Die zentralen Risiken sind die Sicherheit der Infrastruktur und die Fähigkeit, eine regelmäßige Lieferrotation in größerem Umfang sicherzustellen.

Fazit

Die neue Route über Klaipėda ist ein Beispiel pragmatischer Energiepolitik im Krieg: Hinter nüchternen Zahlen steht reale operative Resilienz. Nun ist es wichtig, dass die Ankündigungen in langfristige Verträge und stabile Logistik umgesetzt werden. Ob der Amber Gas Corridor zu einer dauerhaften Versorgungsquelle für den ukrainischen Markt werden kann, hängt von den Entscheidungen der Partner, dem Investitionsniveau und der Sicherheit der Infrastruktur ab.

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