Volle Wärme bis Samstag: Wie Kiew nach Angriffen auf die Stromnetze die Versorgung wiederherstellt

Die Premierministerin und der Bürgermeister kündigen eine schrittweise Wiederaufnahme der Wärmeversorgung an — wir erklären, warum die Wiederherstellung von der Stabilität der Stromnetze abhängt und was jeder Einwohner Kiews tun kann, um den Prozess zu beschleunigen.

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Kurz

In Kiew wurde am Samstag, den 9. Januar, die schrittweise Inbetriebnahme der Wärmeversorgung begonnen: wärmeerzeugende Anlagen liefern Wärmeträger an Wohngebäude, die Zufuhr in die Wohnungen wird nach und nach wiederhergestellt. Dies ist ein entscheidender Schritt nach dem nächtlichen massiven Angriff, der erhebliche Schäden am Energienetz verursacht hat.

«Eine vollständige Wärmeversorgung erwarten wir bereits heute»

— Julija Swyrydenko, Premierministerin

Was bereits getan wurde

Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde innerhalb der letzten 24 Stunden die Wärmeversorgung in etwa der Hälfte der Häuser wiederhergestellt, die nach dem Beschuss ohne Heizung geblieben waren. Gleichzeitig sind aufgrund von Notabschaltungen der Stromversorgung Teile der Systeme — Wasserversorgung, Wärmeversorgung und elektrischer Verkehr — vorübergehend außer Betrieb.

«Ich bitte die Kiewerinnen und Kiewer, die Strom haben, diesen sparsam zu verwenden. Schalten Sie keine elektrischen Geräte mit hohem Energieverbrauch ein. Damit das System nicht überlastet wird und Strom — und damit Wärme und Wasser — für alle Stadtbewohner verfügbar bleibt»

— Witali Klitschko, Bürgermeister von Kiew

Gründe für Verzögerungen

Der Grund ist einfach und kritisch: Die Energienetze sind infolge der Beschüsse erheblich beschädigt, und bei den niedrigen Temperaturen steigt der Einsatz von Elektroheizgeräten. Das erzeugt zusätzliche Überlastung des Systems und zwingt die Betreiber zu planmäßigen und Notabschaltungen, um großflächige Zusammenbrüche der Infrastruktur zu vermeiden.

Um die internen Leitungen zu schützen, mussten in einigen Häusern Wasser aus den Heizsystemen abgelassen werden, die ohne Wärmeträger waren — eine übliche präventive Maßnahme gegen Rohrbrüche bei Abschaltungen.

Was die Behörden tun und was zu erwarten ist

Zentrale und städtische Behörden koordinieren die schrittweise Inbetriebnahme der Wärmequellen und die Stabilisierung der Netze. Die Arbeiten haben Priorität für Einrichtungen der kritischen Infrastruktur und Wohngebäude mit besonders schutzbedürftigen Bewohnern. Die vollständige Wiederherstellung hängt jedoch von zwei Faktoren ab: der Stabilität der Stromversorgung und dem Ausbleiben neuer Angriffe auf die Netze.

Was jeder Einwohner Kiews tun kann

Energieeinsparung ist hier keine symbolische Geste, sondern eine technische Notwendigkeit. Fachleute und Netzbetreiber raten:

  • große Elektrogeräte nicht gleichzeitig einzuschalten (Heizlüfter, Wasch- und Geschirrspülmaschinen);
  • wenn möglich automatische Timer und gestaffelte Einschaltung der Geräte verwenden;
  • den Anweisungen der Stadtverwaltung zu Aufwärmstellen und zentralen Hilfspunkten folgen.

Analysten des Energiesektors sind sich einig: Wenn es keine weiteren Angriffe auf die Infrastruktur gibt und es gelingt, die Last innerhalb der vorgesehenen Betriebspläne zu halten, könnte die stufenweise Wiederherstellung der Wärmeversorgung in den nächsten Tagen abgeschlossen sein.

Die nächsten 24–48 Stunden sind kritisch: Von der Stabilität der Netze und der Disziplin der Verbraucher hängt ab, wie schnell und gleichmäßig die Wärme in jede Wohnung zurückkehrt.

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