Warum ein vollständiges Verbot der russischen Sprache an Schulen neue Spaltungslinien droht — Stellungnahme des Bildungsministeriums

Die stellvertretende Bildungsministerin betont: Verbote vereinen selten. Unterstützung und eine schrittweise Ukrainisierung bedeuten Sicherheit und Staatlichkeit, nicht Repression. Wir erklären, warum radikale Schritte dem Ziel zuwiderlaufen können.

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Надія Кузьмичова (Фото: facebook.com/nadiia.penkova)

Kontext: Sprache als Frage der Sicherheit und Staatlichkeit

Anstatt eines totalen Verbots der russischen Sprache an Schulen schlägt das Bildungsministerium eine konsequente Strategie zur Durchsetzung des Ukrainischen vor. Das ist nicht nur eine Frage der Kultur — es ist eine Frage der Staatlichkeit und der Sicherheit, erinnert die stellvertretende Ministerin für Bildung und Wissenschaft Надія Кузьмичова. Was sollte jeder wissen, der sich um die Zukunft der nächsten Generation sorgt?

Risiken radikaler Verbote

Кузьмичова warnt: Ein totales Verbot kann neue Bruchlinien schaffen und langfristig die Stellung des Ukrainischen eher schwächen als stärken. Radikale Entscheidungen rufen oft Ablehnung hervor, verstärken entsprechende Reaktionen in Familien und Gemeinden und erschweren die Integration von Kindern in den Bildungsraum.

"Unsere Aufgabe ist es nicht, neue Bruchlinien zu schaffen, sondern die Positionen der ukrainischen Sprache als alleiniger Unterrichtssprache konsequent und selbstbewusst zu stärken, indem wir Kinder beim Übergang zu ihr unterstützen"

— Надія Кузьмичова, stellvertretende Ministerin für Bildung und Wissenschaft

Warum schrittweises Vorgehen besser funktioniert

Eine Sprachpolitik, die auf Unterstützung und die Schaffung eines komfortablen Umfelds setzt, hat höhere Chancen auf dauerhaften Erfolg. Das bedeutet: aktualisierte Lehrbücher, professionelle Begleitung der Lehrkräfte, Programme für Eltern und außerschulische Initiativen, die das Ukrainische für das Kind natürlich und praktisch machen, statt es als aufgezwungene Norm erscheinen zu lassen.

Was Experten und internationale Erfahrungen sagen

Das Expertenumfeld und internationale Empfehlungen zur Sprachpolitik weisen darauf hin: Politiken, die Bildungsreformen mit sozialer Unterstützung verbinden, erzielen langfristigere Ergebnisse als Verbote. Das stärkt die Position des Staates, ohne innere Spannungen zu verschärfen.

Bildungsminister Оксен Лісовий betonte ebenfalls, dass ein Teil des Problems die Erwachsenenbildung sei: Wenn sich die Gesellschaft der Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge nicht bewusst ist, muss die Arbeit mit Eltern und Gemeinden Priorität erhalten.

Fazit — praktische Prognose

Wenn der Staat eine Strategie zur Unterstützung der ukrainischen Sprache durch Bildung, Ressourcen und Kommunikation wählt, wird die Ukrainisierung des Schulumfelds ein nachhaltiger Prozess sein. Wählt man jedoch den Weg totaler Verbote, steigt das Risiko politischen und sozialen Entfremdungs — und damit gerät das Ziel in Gefahr. Eine Frage an die Leitung und die Gesellschaft: Streben wir Einheit durch Stärkung an, oder riskieren wir Spaltung durch Verbote?

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