Was beschlossen wurde
Am 10. Februar hat die Werchowna Rada in zweiter Lesung und insgesamt den Gesetzentwurf Nr.13219 gebilligt, der das Insolvenzmoratorium für mehrere wichtige staatliche Unternehmen verlängert — darunter Чорноморнафтогаз, СхідГЗК und staatliche Bergwerke. Für die Annahme stimmten 247 Abgeordnete.
Warum das gerade jetzt wichtig ist
Während des Krieges können wirtschaftliche Angriffe auf strategische Vermögenswerte Folgen haben, die über Bilanzen hinausgehen: Produktionsausfälle, Risiken für die Energieversorgung und verringerte Möglichkeiten für den Wiederaufbau nach einem Sieg. Zuvor galt das Moratorium bis zum 31. Dezember 2025 für Чорноморнафтогаз und bis zum 1. Januar 2026 für СхідГЗК und staatliche Bergwerke — nun wurde dieser Schutz verlängert, was Zeit für systematischere Lösungen zur Restrukturierung und finanziellen Gesundung verschafft.
Kurzinventar von Risiken und Vermögenswerten
Чорноморнафтогаз hat die Kontrolle über die Krim-Aktivitäten durch die vorübergehende Besetzung verloren, verwaltet heute jedoch Vermögenswerte von 26 Gasverteilern, die im allgemeinen Sprachgebrauch als "Oblgase Firtaschs" bekannt sind. СхідГЗК bleibt der einzige Produzent von Uranerz in der Ukraine — ein Faktor der nationalen Sicherheit, der über rein ökonomische Logik hinausgeht. Und schließlich der Kohlesektor: wie der Oppositionsabgeordnete Mykhailo Volynets bemerkte, sind durch die russische Aggression Anfang 2026 in der Ukraine nur noch 15 Kohlebergwerke in Betrieb.
"Anfang 2026 sind durch die russische Aggression in der Ukraine nur noch 15 Kohlebergwerke übrig."
— Mykhailo Volynets, Abgeordneter (Partei "Batkivshchyna")
Was das Gesetz sonst noch vorsieht
Neben der Verlängerung des Moratoriums sieht der verabschiedete Nr.13219 die Verbesserung des Mechanismus für Auktionen im Bereich erneuerbarer Energien (sogenannte "grüne" Auktionen) sowie die Übertragung der Befugnis an die Kommunalverwaltungen zur Festsetzung von Gebühren für Wasser und Abwasser vor. Das verbindet nationale Sicherheit mit Elementen der Dezentralisierung und marktwirtschaftlichen Mechanismen — stellt aber gleichzeitig Anforderungen an die Vorbereitung der kommunalen Verwaltungen auf diese neue Verantwortung.
Verfahren und politischer Hintergrund
Nach der Verabschiedung des Entwurfs Nr.13219 behandelte das Parlament in erster Lesung einen anderen Entwurf — Nr.14216, eingereicht von Mykhailo Volynets, der faktisch dieselben Bestimmungen vorsah. Dieser Entwurf wurde abgelehnt. Diese personelle und verfahrenstechnische Dualität zeigt, dass im Parlament ein Konsens über die Notwendigkeit besteht, strategische Unternehmen zu schützen, wohl aber unterschiedliche Auffassungen darüber, wer die Initiierung der Änderungen übernehmen soll.
Fazit: Zeit wird geschützt, die Aufgaben bleiben
Die Entscheidung des Parlaments verschafft dem Staat eine wichtige operative Ressource — Zeit zur Vorbereitung von Programmen zur finanziellen Gesundung, zur Durchführung von Prüfungen und zum Start von Verwaltungsreformen. Das Moratorium allein löst die Probleme jedoch nicht: Es bedarf transparenter Restrukturierungspläne, Kontrolle der Corporate Governance und Garantien, dass staatlicher Schutz sich nicht in die Erhaltung von Ineffizienz verwandelt. Die Frage bleibt an die Regierung und die Regulierungsbehörden gerichtet: Wie wandelt man diesen temporären Schutz in langfristige Resilienz für die Energieversorgung und die kommunalen Dienstleistungen um?