Rada lehnt Kigali-Änderung ab — Handel mit der EU und Industriekosten in Gefahr

Die Abgeordneten erzielten nicht die erforderlichen 226 Stimmen für eine Änderung, ohne die die EU ab 2028 den Handel mit nicht teilnehmenden Ländern einschränken könnte. Wir erklären, was das für Unternehmen, Exporteure und jeden einzelnen Bürger bedeutet.

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Was passiert ist

Am 12. März konnte die Werchowna Rada die Kigali-Änderung zum Montrealer Protokoll nicht ratifizieren: Für das Dokument stimmten nur 215 Abgeordnete, bei erforderlichen 226. Deshalb wurde die Plenarsitzung vorzeitig beendet, der Sprecher verkündete eine Unterbrechung bis Freitag.

"Für jede Abstimmung in der Werchowna Rada muss separat verhandelt werden."

— LIGA.net (Bericht über die Parlamentsmehrheit)

Warum die Kigali-Änderung notwendig ist

Die Änderung, die im Oktober 2016 von 197 Staaten und der EU verabschiedet wurde und seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist, sieht eine schrittweise Verringerung der Verwendung von Fluorkohlenwasserstoffen (FKW) vor — starken Treibhausgasen, die in Klimaanlagen und Kälteanlagen eingesetzt werden. Sie ist Teil einer globalen Politik zur Reduzierung von Emissionen und zur Modernisierung des Marktes für Kältemittel.

Warum das für die Ukraine und ihre Wirtschaft wichtig ist

Es gibt eine politische und eine ökonomische Dimension. Wenn die Ukraine die Änderung jetzt ratifiziert, würde die Verringerung der Verwendung von FKW etwa 40% gegenüber dem Basisniveau betragen, mit einer schrittweisen Übergangsfrist. Wird die Ratifizierung hingegen hinausgezögert, müsste im Jahr 2029 sofort um 70% ohne Übergangsfrist reduziert werden — das wäre ein bedeutender Schlag für Industrie und kommunale Bereiche.

Außerdem hat die EU einen Zeitplan für Beschränkungen eingeführt: Ab dem 1. Januar 2028 wird der Handel mit Ländern, die keine Vertragsparteien der Änderung sind, eingeschränkt, und ab dem 1. Januar 2033 werden der Import und Export dieser Stoffe de facto weltweit verboten. Für Exporteure und Importeure ist das kein abstraktes Thema — es geht um Märkte, die Versorgung mit Komponenten und die Kosten der Modernisierung von Anlagen.

"Eine Verzögerung des Ratifizierungsprozesses kann dazu führen, dass die Nutzung von FKW scharf reduziert werden muss, was ernsthafte wirtschaftliche Folgen hätte."

— Kabinett der Minister der Ukraine (Information auf der offiziellen Webseite)

Politischer Kontext

Das ist kein Einzelfall: Am 26. Februar scheiterte die Rada auch bei der Ratifizierung eines Abkommens mit der Europäischen Investitionsbank, das 134 Mio. Euro für Straßenreparaturen bereitgestellt hätte. Analysten stellten fest, dass die Mehrheit in der Fraktion „Diener des Volkes“ de facto nominell geworden ist — jede Abstimmung erfordert neue Absprachen und Verhandlungen.

Wie es weitergeht und welche Optionen die Ukraine hat

Praktische Schritte liegen auf der Hand: Die Regierung und die Parlamentsfraktionen müssen zügig Absprachen über Subventionen für kritische Infrastruktur, Modernisierungspläne für Industrieunternehmen und ein Unterstützungsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen, die Kälteanlagen nutzen, treffen. Ebenfalls wichtig ist die Kommunikation mit den Partnern in der EU — Fristen zu verschieben wird wohl kaum möglich sein, daher braucht es einen Plan zur Risikominimierung.

Fazit

Es geht um die Sicherheit der Wirtschaft ebenso wie um den Umweltschutz: Entscheidungen im Plenarsaal haben nun direkte finanzielle und wettbewerbliche Auswirkungen für ukrainische Unternehmen. Ob es den Politikern gelingt, Erklärungen in eine geschlossene Position zu überführen, ist die Schlüsselfrage für die kommenden Wochen.

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