In der Nacht zum 5. September 2026 führten russische Truppen einen Raketenangiff auf das Gelände des Dneprowerker Metallurgischen Werks (DMZ) von Aleksandr Jaroslawynskij in der Stadt Dnipro durch. Dies teilte die Pressestelle des Unternehmens mit.
Im Gegensatz zu Kametstal in Kamjansk, das in dieser Nacht ebenfalls von einem russischen Angriff getroffen wurde, kam das DMZ ohne Opfer davon.
„Die Arbeitnehmer des Unternehmens begaben sich rechtzeitig in Schutzräume, daher wurden bei dem feindlichen Angriff keine Menschen verletzt. Industrie- und Verwaltungsobjekte des Werks wurden beschädigt. Das Ausmaß der Schäden wird derzeit geklärt", heißt es in einer Erklärung des Unternehmens.
Was vom Produktionsbetrieb übrig blieb
Das Dneprowerker Metallurgische Werk verfügt über einen vollständigen metallurgischen Produktionszyklus: Hochofenabteilung, Sauerstoff-Konverterabteilung, Kokerei, Walzproduktion mit zwei Sortierwalzwerken. Der Hochofen wurde bereits 2022 stillgelegt.
Anfang 2025 verlor das DMZ infolge der Annäherung der Frontlinie an Pokrowsk seinen Hauptlieferanten von Koks-Kohle der Marke „K" – die Schachtenverwaltung „Pokrowske". Das Werk wechselte zunächst zu importierter Kohle, die 30-40% teurer war als ukrainische Kohle, und stellte dann aufgrund des Rückgangs der Bestellmenge den Betrieb auf dem Kokerei-Gelände ganz ein.
Stand 2026 blieb nur die Walzproduktion in Betrieb. Der Marktanteil von PAT „DMZ" auf dem ukrainischen Sortenwalzmarkt beträgt etwa 47%, die restlichen 53% des Marktes entfallen auf importierte Produkte. Im zweiten Quartal beschäftigte das Werk etwa 500 Personen.
Finanzielle Situation vor dem Angriff
Der Gesamtumsatz des Unternehmens 2025 brach um 69% auf 1,66 Milliarden Hriwnja ein, der Verlust überschritt 2,48 Milliarden Hriwnja.
- Ende 2025 trat das Dneprowerker Metallurgische Werk in eine vorbeugende Restrukturierung ein, da es nicht in der Lage ist, Schulden in Höhe von über 1,3 Milliarden Hriwnja zu begleichen.
Der Angriff traf ein Unternehmen, das auch ohne Raketen nur teilweise funktionsfähig war. Die Frage ist nun, inwieweit die Beschädigungen der Walzproduktion – das letzte noch arbeitende Glied – die ohnehin kritische finanzielle Lage des Werks beeinflussen werden.