Nach Angriffen der Russischen Föderation auf die Flughäfen von Kyjiw und Borispil inmitten von Diskussionen über einen Besuch von Vertretern der USA in der Ukraine kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Anpassung der Operation im russischen Luftraum für die nächste Woche an. Der Staatschef betonte: Von ukrainischer Seite gibt es keine Bedrohungen für die Diplomatie und wird es auch nicht geben.
Russisch-iranische „Shaheds" als Reaktion auf die amerikanische Diplomatie. Wir haben diesen russischen Schritt registriert und werden dementsprechend in der nächsten Woche unsere Operation im russischen Luftraum anpassen, der durch die Präsenz von Drohnen und Raketen am Himmel gefährlich geworden ist. Selbstverständlich gibt es von unserer Seite keine Bedrohungen für die Diplomatie und wird es auch nicht geben.
Was war vorher
Am Vortag, am 4. September, schlug Selenskyj ein Luftwaffenstillstand vor, vor dem Hintergrund der erwarteten Besuche von Gesandten des US-Präsidenten Donald Trump – Steve Witkoff und Jared Kushner – in Moskau am 5. September und in Kyjiw am 6. September.
Doch Russland setzte in der Nacht zum 5. September seine Angriffe auf die Ukraine fort, insbesondere mit Marineflugkörpern und Drohnen mit Raketenantrieb.
Die Streitkräfte der Ukraine teilten mit, dass das Zentrum für strategische Kommunikation der Regierung mitteilte, dass ein Waffenstillstand nicht einseitig oder asymmetrisch sein könne, und dass die Aufgaben der Defensivoperation derzeit in vollem Umfang erfüllt würden.
Was das bedeutet
Die Formulierung „Anpassung der Operation" lässt Raum für Manöver: Sie offenbart nicht, ob es um eine Intensivierung der Anschläge auf Objekte geht, von denen aus „Shaheds" und Raketen abgefeuert werden, oder um eine Änderung der Luftverteidigungsansätze. Gleichzeitig ist die öffentliche Betonung der „Abwesenheit von Bedrohungen für die Diplomatie" ein Signal für Washington: Kyjiw möchte zeigen, dass die militärische Reaktion auf die Anschläge Russlands die geplanten Kontakte der Gesandten Trumps nicht sabotieren wird.
Die Frage der nächsten Woche lautet: Wird die angekündigte Anpassung für Russland so spürbar ausfallen, dass sie seine Kalkulationen vor weiteren diplomatischen Schritten beeinflusst, oder wird sie eine rhetorische Geste bleiben angesichts der fortgesetzten Anschläge von beiden Seiten.