Schweden zieht Schlussstrich: Kolomoiskys Unternehmen können aus der Ukraine keine 6 Mrd. Dollar eintreiben — was ändert das?

Der Oberste Gerichtshof Schwedens hat am 21. November endgültig die Berufung zypriotischer Unternehmen, die mit Ihor Kolomojskyj in Verbindung stehen, im Fall Ukrnafta abgewiesen. Wir erklären, warum die Entscheidung nicht nur als juristischer Sieg wichtig ist, sondern auch ein Signal für den Schutz strategischer staatlicher Vermögenswerte darstellt.

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Schweden schließt Anspruchsverfahren über 6 Mrd. USD

Der Oberste Gerichtshof Schwedens hat am 21. November den letzten Versuch der zypriotischen Unternehmen Littop Enterprises, Bordo Management und Bridgemont Ventures zurückgewiesen, die Entscheidung des Stockholmer Schiedsgerichts in der Sache Ukrnafta überprüfen zu lassen. Das bedeutet, dass der seit 2015 schwelende Streit faktisch zugunsten der Ukraine beendet ist.

"Damit haben die gerichtlichen Entscheidungen in diesem Fall endgültige Rechtskraft erlangt"

— Justizministerium der Ukraine

Kurz: was passiert ist

Im Jahr 2015 wandten sich die zypriotischen Eigentümer von 40,1 % der Anteile an Ukrnafta an ein Schiedsgericht und forderten Entschädigungen von mehr als $6 Mrd., mit Verweis auf angebliche Beschränkungen beim Verkauf von Gasresten in den Jahren 2006–2014. Das Stockholmer Schiedsgericht wies diese Ansprüche am 4. Februar 2021 vollständig zurück — wegen fehlender Zuständigkeit und des Fehlens eines tatsächlichen Beitrags zum Stammkapital, also einer Investition im Sinne der Energiecharta.

Die Position des Schiedsgerichts bestätigte das Berufungsgericht Svea Anfang 2025, und nun hat auch der Oberste Gerichtshof Schwedens die Zulassung einer Berufung abgelehnt. Die zypriotischen Unternehmen müssen außerdem der Ukraine die Gerichtskosten ersetzen — rund $19 Mio. plus $2,7 Mio. und weitere $550 Tsd. an zusätzlichen Auslagen.

Rechtlicher Hintergrund: warum die Entscheidung der Prüfung standhielt

Das zentrale Argument des Gerichts war, dass die Kläger das Vorliegen einer Investition in der vom Energiecharta-Vertrag vorausgesetzten Form nicht nachgewiesen haben. Ohne diesen Nachweis konnte kein Anspruch auf ein Schiedsverfahren geltend gemacht werden. Die Instanzen in Schweden wandten konsequent die Grundsätze des internationalen Investitionsrechts an, was den Ansprüchen letztlich die materielle Grundlage entzog.

Was das für die Ukraine bedeutet

Erstens beseitigt die Entscheidung ein erhebliches potenzielles finanzielles Risiko. $6 Mrd. sind zugleich symbolisch und bedrohlich; die Zurückweisung dieser Forderung entlastet den Staatshaushalt und verbessert das Kreditprofil.

Zweitens ist es ein Präzedenzfall für den Schutz staatlicher Interessen vor internationalen Gerichten: Die Gerichte erachteten formale Kriterien für Investitionen als wichtiger als die politischen Argumente der Kläger. Analysten und Juristen sind sich einig, dass solche Entscheidungen die Messlatte für ähnliche Klagen künftig anheben.

Politischer und unternehmerischer Kontext

Im November 2022 geriet Ukrnafta gemeinsam mit mehreren anderen strategischen Unternehmen unter die Kontrolle des Verteidigungsministeriums. Ihor Kolomoisky, der inhaftiert ist, spricht von einer angeblich rechtswidrigen Wegnahme des Vermögenswerts und wandte sich an das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU). Internationale Instanzen haben jedoch bei der Prüfung der rechtlichen Grundlagen der Ansprüche deren Argumente nicht bestätigt.

Fazit: juristischer Sieg — aber die Arbeit geht weiter

Der juristische Sieg in Schweden ist ein wichtiger Schritt, beseitigt jedoch nicht den Bedarf an systemischen Reformen im Management staatlicher Vermögenswerte. Die von der Gegenseite zu erstattende Summe ist nicht mit den potenziellen $6 Mrd. vergleichbar, doch die Entscheidung hat einen anderen Effekt: Sie reduziert Risiken für den Haushalt und sendet ein stärkendes Signal an Investoren über die Fähigkeit der Ukraine, strategische Vermögenswerte vor internationalen Gerichten zu verteidigen.

Der nächste Schritt muss sein, diese Gerichtsentscheidungen in eine konsequente Politik transparenter Verwaltung und rechtlicher Widerstandsfähigkeit zu überführen, um künftige Risiken für den Staat und die Steuerzahler zu minimieren.

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52 Minuten vor