Kurz
Der Süßwarenkonzern Roshen bestätigte, dass bei einem nächtlichen Angriff Russlands sein Logistiklager in Jahotyn getroffen wurde. Die Mitarbeitenden befanden sich in Schutzräumen — es wurden keine Opfer verzeichnet, doch das Unternehmen spricht von einer nahezu vollständigen Zerstörung der Bestände fertiger Produkte.
Was bekannt ist
Der Staatliche Dienst für Notsituationen (DSNS) hatte zuvor über ein Feuer in einem Lager in Jahotyn infolge eines Raketen- und Drohnenangriffs am Morgen des 7. Februar berichtet. In einer Erklärung stellte Roshen fest: «unser größtes Lager mit Fertigware ist nahezu vollständig zerstört». Das Unternehmen kündigte die Umstellung auf einen rund um die Uhr betriebenen Betrieb an und versicherte, die Preise für seine Produkte nicht zu erhöhen.
"Gleichzeitig ist unser größtes Lager mit Fertigware nahezu vollständig zerstört."
— Pressestelle Roshen
Der Abgeordnete Oleksij Honcharenko identifizierte das Objekt als Lager von Roshen. Die Abgeordnete Viktoria Sjumar teilte mit, das Feuer sei noch nicht gelöscht worden und nach ihren Angaben seien etwa 10.000 Tonnen Produkte verbrannt.
"Das Feuer ist noch nicht gelöscht. Es sind 10.000 Tonnen Produkte verbrannt."
— Viktoria Sjumar, Abgeordnete
Dies ist kein Einzelschlag gegen Unternehmen: in der Nacht zum 24. Januar wurde das Werk von Roshen in Kiew beschädigt — damals kam eine Frau ums Leben, zwei weitere Personen wurden verletzt, und Produktions- sowie Büroräume wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Warum das wichtig ist
Der Treffer eines logistischen Hubs bedeutet nicht nur verlorene Bestände, sondern erschwert die Routenplanung für Lieferungen im ganzen Land. Lager sind ein Puffer zwischen Produktion und Handel: Wenn dieser ausfällt, erhält der Einzelhandel kurzfristig weniger Ware, und die Kosten für Transport und Lagerung steigen.
Im Kontext massiver Angriffe auf die Energieinfrastruktur — über die Energieminister Denys Shmyhal berichtet hatte (Ziel: Umspannwerke und Leitungen 750 kV und 330 kV, Wärmekraftwerke) — steigt das Risiko technischer Ausfälle und logistischer Störungen. Das erhöht den Druck auf Lieferketten während der Frostperiode und des seit dem 14. Januar geltenden Ausnahmezustands im Energiebereich.
Reaktion und Folgen
Roshen gibt an, im verstärkten Betrieb zu arbeiten und beabsichtigt, die Preise nicht anzuheben, um panische Reaktionen der Verbraucher zu dämpfen. Mittelfristig ist der teilweise Verlust von 10.000 Tonnen Produkten und die Zerstörung der Logistik jedoch schwerer auszugleichen: Lieferungen müssen umgeleitet werden, zusätzliche Kosten für Lagerung und Wiederaufbau der Infrastruktur fallen an.
Staat und Privatsektor müssen Prioritäten abstimmen: die Wiederherstellung logistischer Korridore und die Sicherung der Energieversorgung, um Kaskadenschäden in den Versorgungsnetzen für Lebensmittel und Industrie zu verringern.
Fazit
Das ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Angriffe auf die Infrastruktur mehrstufige Folgen haben — von der menschlichen Sicherheit bis hin zu Alltagswaren in den Regalen. Russische Angriffe zerstören nicht nur Gebäude, sondern untergraben auch die Logistik und die Bestände, von denen das tägliche Leben abhängt.
Jetzt sind die Partner und der Staat gefordert: Werden die Ressourcen und die Schnelligkeit ausreichen, um die Logistik umzustellen und Defizite zu minimieren, während Roshen und andere Unternehmen ihre Kapazitäten wiederaufbauen?