Die Option erhalten — Wirtschaft und nationale Bereitschaft
Die Frachtfluggesellschaft Supernova Airlines, die zur Gruppe Nova gehört, führt derzeit sechsmal pro Woche Flüge zwischen Belgien, Tschechien und Israel durch. Diese Information bestätigte in einem Interview auf dem YouTube-Kanal LIGA Бізнес der Miteigentümer der Нова пошта, Володимир Поперешнюк. Das ist keine rein vorübergehende Operation — das Unternehmen bewahrt technische und operative Kapazitäten, falls es möglich wird, Flüge aus der Ukraine wieder aufzunehmen.
„Als wir das Unternehmen gründeten, war das Ziel – Pakete aus der Ukraine in die USA und aus China innerhalb eines Tages zu liefern. Jetzt, weil unser Luftraum geschlossen ist, steht unser Flugzeug herum, weil wir dort keine Genehmigung bekommen können, dort können wir nicht – eine ukrainische Gesellschaft, und der Markt ist sehr stark reguliert. Deshalb haben wir jetzt die Strecke Ostrava–Lüttich und Ostrava–Tel Aviv gefunden. Wir fliegen also solche kurzen Routen, um die Fluggesellschaft einfach zu beladen.“
— Володимир Поперешнюк, Miteigentümer der Нова пошта
„Wir halten dieses Unternehmen, damit es überlebt.“
— Володимир Поперешнюк, Miteigentümer der Нова пошта
Routen, Technik, Chronologie
Kurz die Fakten: Supernova wurde 2021 gegründet. Anfang Februar 2022 nahm das Unternehmen zwei Frachtflugzeuge Boeing 757-200F in Leasing; den Beginn der Flüge hatten sie für September 2022 geplant — doch der Ausbruch des groß angelegten Kriegs verzögerte diese Pläne. Der Start wurde auf 2023 verschoben, zunächst mit dem Einsatz anderer Flugzeuge. Seit September 2024 führt Supernova Flüge mit dem eigenen Flugzeug Boeing 737-800SF unter ukrainischen Registrierungszeichen UR-NPA durch.
Warum kurze europäische Korridore gewählt wurden
Wegen des geschlossenen Luftraums über der Ukraine und des hohen Regulierungsgrads internationaler Genehmigungen kann ein ukrainischer Luftfrachtanbieter faktisch keine vollwertigen transkontinentalen Routen unter nationaler Flagge betreiben. Als Reaktion bedient Supernova kurze grenzüberschreitende Strecken — zum Beispiel Ostrava–Lüttich und Ostrava–Tel Aviv — um Besatzungen, Technik und Zertifizierungen zu erhalten und die operative Einsatzbereitschaft zu sichern.
Was das für die Logistik der Ukraine bedeutet
In einem Zustand langanhaltenden Kriegs sind verlässliche Luftfahrtreserven keine rein dekorative Option, sondern ein reales Instrument zur Wiederherstellung von Lieferketten. Die Beibehaltung von Supernova im Portfolio der Gruppe Nova bedeutet, dass das Unternehmen nach einer Öffnung des Luftraums oder einer Vereinfachung der Genehmigungen weniger technische und personelle Hürden für ein schnelles Hochskalieren direkter Frachtlinien aus der Ukraine haben wird.
Wirtschaftlich ist das auch ein Signal an den Markt: Eine Investition in die Luftfahrt in Zeiten der Unsicherheit erhöht die Chancen auf eine schnellere Wiederherstellung der Logistik, wenn sich die geopolitischen Bedingungen ändern. Die Frage ist jetzt nicht, ob die Technik vorhanden sein wird — sie ist bereits da —, sondern wann Genehmigungen und Sicherheitsbedingungen es erlauben, sie mit vollem Potenzial zu nutzen.
Ob diese operative Reserve zu einem vollwertigen wiederhergestellten Luftverkehrskorridor für die Ukraine wird, hängt von zwei Variablen ab: der Öffnung des Luftraums und der Geschwindigkeit der Abstimmung internationaler Genehmigungen. Bis dahin erfüllt Supernova ihre Rolle als strategische Reserve der ukrainischen Logistik.