Innerhalb von 24 Stunden nach dem Anschlag vom 24. Mai reichten Bewohner Kiews und der Region Kiew über die Anwendung „Dija" 1133 Entschädigungsanträge für Schadensersatz ein — 986 in der Stadt und 147 in der Region. Vizeministerpräsident für Wiederaufbau Alexej Kuleba bezeichnete diese Zahl als direkten Ausdruck des Ausmaßes der Zerstörungen und forderte die Geschädigten auf, sich nicht zu beeilen.
Was und wie traf
Nach Angaben der Luftwaffe der Streitkräfte der Ukraine setzte der Gegner in der Nacht zum 24. Mai 14 ballistische Raketen vom Typ „Iskander-M", mehr als 44 Marineflugkörper vom Typ Ch-101/„Kalibr" und mindestens 549 Drohnen-Kamikaze ein. Die Flugabwehr neutralisierte 604 Ziele. Nach Einschätzung des ISW war dies einer der größten kombinierten Anschläge des gesamten Krieges, obwohl die Anzahl der Raketen unter den bisherigen Rekordangriffen lag.
Selenskyj bestätigte separat den Einsatz der interkontinentalen ballistischen Rakete „Oreschnik" — der Treffer erfolgte in Bila Tserkwa, etwa 80 km von Kiew entfernt. Nach Angaben des Sprechers der Luftwaffe Yurij Ignat ist dies bereits der dritte Einsatz von „Oreschnik" durch Russland im großflächigen Krieg. Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation bestätigte den Raketeneinsatz offiziell.
„Das zeigt das Ausmaß der Zerstörungen".
Alexej Kuleba, Vizeministerpräsident für Wiederaufbau
Was in Kiew beschädigt wurde
Präsident Selenskyj berichtete von etwa 300 beschädigten Objekten in der Hauptstadt — überwiegend Wohnhäuser. Bürgermeister Klitschko präzisierte: Zerstörungen wurden in allen Stadtbezirken registriert. Unter den konkreten Objekten:
- 24-stöckiges Wohnhaus im Bezirk Shevchenko — Raketensplitter, es gibt Zerstörungen;
- Handels- und Unterhaltungszentrum „Kvadrat" neben der U-Bahn-Station „Lukjanivska" — völlig zerstört;
- Gebäude des Außenministeriums — nach Aussage von Minister Sybiga erlitt das Außenministeriumsgebäude zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg Schäden durch einen Anschlag;
- Gebäude des Kabinetts der Minister — die Druckwelle sprengte Fenster ein, es gab keine Opfer;
- Gebäude der Nationalbank — beschädigt, Details gab Notenbankchef Andrij Pyshnyj nicht preis;
- Residenz des albanischen Botschafters — nach Aussage von Albaniens Außenminister Ferit Hoxhaj setzte der Anschlag „sein Leben unter erhebliche Gefahr".
Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, über 80 wurden verletzt, davon 30 hospitalisiert — einschließlich zweier Kinder.
Kontext des Anschlags
Putin ordnete den Anschlag offiziell als Vergeltung für einen angeblichen Angriff der Ukraine auf ein Studentenwohnheim in Starobilsk in der Region Luhansk an. Nach Angaben des russischen Notfalministeriums kamen dort mindestens 20 Menschen ums Leben. Gleichzeitig hatte Russland bereits im März gewarnt, dass es „angemessen" auf Anschläge auf seine Positionen reagieren würde — das heißt, der offizielle Grund erschien später als der bereits vorbereitete Anschlag.
Entschädigung: was wirklich verfügbar ist
Das Programm eWiederaufbau sieht Zahlungen sowohl für die Reparatur beschädigten Wohnraums als auch für den Kauf neuer Wohnungen im Falle der vollständigen Zerstörung vor. Zusätzlich erstellen regionale Staatsverwaltungen Listen derjenigen, die vorübergehend Unterkunft benötigen, und zahlen einmalige Hilfe — etwa 10.000 Hrywnja von der Regionalbehörde, teilte der Sprecher der KMSDA Jewgen Jewlew mit. Nach Aussage Kulehas wird der Staat „alle vorgesehenen Mechanismen bereitstellen".
Die Frage ist, ob das eWiederaufbau-System die Last tragen kann: Wenn nach einem Anschlag über tausend Anträge nur von zwei Verwaltungseinheiten eingehen, könnten Wiederholungen von Angriffen dieses Ausmaßes den Zahlungsmechanismus überlasten, bevor die internationale Wiederaufbaufinanzierung gesetzlich verankert wird.