Ukrposhta verlässt Druschkivka: Stadt mit 56.000 Einwohnern ist auf 3.000–4.000 geschrumpft

Seit dem 30. Juni hat die Ukrainische Post das letzte stationäre Postamt in Druzhkivka geschlossen – einer Stadt, die täglich FPV-Drohnen, gelenkten Luftbomben und Artilleriefeuer ausgesetzt ist. Die Entscheidung dokumentiert eine bereits offensichtliche Realität: Die Zivilinfrastruktur zieht sich parallel zum Rückzug der Bevölkerung zurück.

30
Teilen:
Фото: Ігор Смілянський / Telegram

Ab 30. Juni hat die Ukrainische Post ihre letzte stationäre Filiale in Druschkivka in der Region Donezk geschlossen. Der Generaldirektor des Unternehmens, Ihor Smiljanskij, schrieb, dass die Entscheidung faktisch vor einer Woche getroffen wurde – und er sie der Öffentlichkeit erst jetzt mitteilte.

«Wir haben dort so lange durchgehalten, wie es ohne erhebliches Risiko für Mitarbeiter und Kunden möglich war, aber in letzter Zeit wurde diese Grenze bereits überschritten».

Ihor Smiljanskij, Generaldirektor der Ukrainischen Post

Was ist das für eine Stadt und warum ist das ein Indikator

Druschkivka liegt weniger als 20 km von Kramatorsk entfernt. Vor der vollständigen Invasion lebten hier etwa 56.000 Menschen. Im Juni 2025 sind in der Stadt noch 3.000 bis 4.000 Menschen, alle Kinder wurden evakuiert. Die Stadt wird täglich von FPV-Drohnen, gesteuerten Fliegerbomben und Artillerie angegriffen; es gibt dokumentierte Todesfälle unter der Zivilbevölkerung.

Die Schließung einer Poststelle ist an sich keine humanitäre Katastrophe, aber ein präziser Indikator: Wenn die Post geht, bedeutet das, dass es unmöglich ist, dort Personal zu halten, selbst mit minimalem Risiko.

Was bekommen diejenigen, die bleiben

  • Die nächsten stationären Filialen befinden sich in der Stadtgemeinde Krasnatorka und in Kramatorsk.
  • Renten, Sozialleistungen und staatliche Hilfen werden auf Postanweisungen übertragen – diese können in jeder Filiale der Ukrainischen Post im ganzen Land abgeholt werden.
  • Mobile Filialen des Unternehmens arbeiten weiterhin in der Nähe der Frontlinie.

Smiljanskij betonte, dass die Ukrainische Post Druschkivka nicht endgültig verlässt und nach Stabilisierung der Situation in die Städte zurückkehren wird – wie dies bereits früher in anderen Ortschaften der Fall war.

Offene Fragen

Die 3.000 bis 4.000 Menschen, die unter ständigen Beschuss in der Stadt bleiben, sind überwiegend ältere Menschen ohne Möglichkeit oder Wunsch zu evakuieren. Für sie bedeutet «eine Zahlung in Kramatorsk abholen», einen Transport zu finden und eine Stadt zu verlassen, die täglich beschossen wird. Wenn sich die Anschläge in Richtung Kramatorsk verschärfen – wird diese Option dann noch funktionieren?

Weltnachrichten