Was passiert ist
Der Staatliche Dienst für Verkehrssicherheit (Укртрансбезпека) führte im Jahr 2025 drei außerplanmäßige Kontrollen beim KP "Київпастранс" durch und meldete im Ergebnis eine Reihe von Verstößen gegen Lizenzbedingungen. Die Informationen werden durch eine Anfrage von LIGA.net bestätigt; über Probleme mit der Dokumentation für Teile der Busflotte berichtete die Fachpublikation Alltransua.
Festgestellte Verstöße
Die Prüfungen deckten mehrere wesentliche Mängel auf, die die Sicherheit und Rechtmäßigkeit des Personenverkehrs betreffen:
- Unqualifiziertes Personal in den Wartungsdiensten – ein Teil der Mechaniker arbeitete ohne die vorgeschriebene Ausbildung oder Umschulung.
- Fehlende Unterlagen zum Arbeitszeitregime der Fahrer – für mehrere Busse fehlen Registrierungsblätter oder Aus drucke der Tachographen für das letzte Jahr.
- Unvollständige Daten im EKIS – das Unternehmen hat Informationen zu Teilen der Busflotte und Personaländerungen nicht rechtzeitig eingetragen.
- Fehlende Versicherungsverträge zur Haftpflicht gegenüber Fahrgästen in einzelnen Busdepots.
- Nichtmeldung eines Unfalls: Укртрансбезпека wurde nicht über den Verkehrsunfall mit Verletzten am 3. Oktober 2025 informiert, an dem ein MAZ-Bus beteiligt war.
"Der Personentransport unterliegt der obligatorischen Lizenzierung."
— Укртрансбезпека, Staatlicher Dienst für Verkehrssicherheit
Kontext: humanitäre Busse und Krieg
КП "Київпастранс" erhielt von internationalen Partnern 132 Busse in den Jahren 2022–2025 (Lettland, Deutschland, Finnland, Slowakei, Kroatien, Polen). Zu Beginn des Jahres standen 100 dieser Fahrzeuge im Bestand; 24 wurden für die Bedürfnisse der Bezirks-Territorialzentren für Rekrutierung und soziale Unterstützung, militärischer Einheiten und anderer kommunaler Unternehmen übergeben, weitere 8 sollen noch übergeben werden – so das kommunale Unternehmen selbst.
In Kriegszeiten ist die schnelle Bereitstellung zusätzlichen Fuhrparks notwendig. Doch gerade die Geschwindigkeit schafft oft Risiken: Dokumente, Registrierung und Schulung des Personals können hinter den betrieblichen Anforderungen zurückbleiben.
"Wir ergreifen Maßnahmen gemäß der geltenden Gesetzgebung zur Lösung der im Anfrageverfahren aufgeworfenen Punkte. Die humanitären Busse werden im städtischen Liniennetz betrieben."
— KP "Київпастранс", Antwort an LIGA.net
Warum das für Kiewer wichtig ist
Es geht um Sicherheit und Vertrauen. Unvollständige Register, fehlende Versicherungen oder unqualifiziertes Personal erhöhen das Unfallrisiko und erschweren Entschädigung und Ermittlungen im Falle eines Vorfalls. Für Fahrgäste bedeutet das ein erhöhtes Gefahrenpotenzial; für die Stadt ergeben sich Reputations- und finanzielle Risiken.
Was Behörden und Betreiber tun müssen
- Die Daten im EKIS schnell aktualisieren und die Verfügbarkeit aller Registrierungsblätter und Aus drucke der Tachographen sicherstellen.
- Die Qualifikation des technischen Personals prüfen und bei Bedarf Umschulungen organisieren oder zertifizierte Spezialisten hinzuziehen.
- Transparente Verfahren für die Übertragung humanitärer Fahrzeuge an die Bedürfnisse der ЗСУ und kommunaler Strukturen beschließen, damit trotz Schnelligkeit die Sicherheitsstandards gewahrt bleiben.
- Die Existenz von Haftpflichtversicherungsverträgen für Fahrgäste in allen Depots kontrollieren.
Kurzes Fazit
Die Frage ist nicht, ob die rasche Mobilisierung von Bussen für die Stadt und die Armee nötig war — das war sie. Die Frage ist die Verbindung von Tempo und Disziplin: Wie lässt sich schnelle Hilfe mit grundlegenden Sicherheits- und Berichtspflichten verbinden? Die Antwort hängt von der zügigen Behebung der Mängel, transparenter Buchführung und externer Kontrolle ab — und das betrifft jeden Kiewer, der täglich den öffentlichen Verkehr nutzt.
Quellen: Укртрансбезпека (Anfrage LIGA.net), LIGA.net, Alltransua, Antwort KP "Київпастранс".