In Odessa wurde eine Ausschreibung für Ampeln zur Betruggsschema: Vermittler trieben die Preise bis zum Fünffachen in die Höhe

Sieben Verdächtige, darunter der Leiter einer kommunalen Einrichtung, ein Rechtsanwalt und ein Beschaffungsspezialist, handelten nach einer einfachen Logik: gefälschte Preisangebote – überhöhte Ausschreibung – Schmiergelder über kontrollierte Unternehmen. Nach Angaben des Büros für wirtschaftliche Sicherheit (BEB) erlitt der Stadthaushalt einen Schaden von über 20,9 Millionen Hrywnja.

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Фото: пресслужба Офісу генпрокурора

Als in Odesa das Licht ausgeschaltet wurde, kauften Kommunalarbeiter unterbrechungsfreie Stromversorgungen für Ampeln. Nach Angaben der Ermittlungen – zu Preisen, die in einzelnen Fällen die Herstellerkosten um das Fünffache überstiegen. Detektive der Gebietsabteilung des Büros für Wirtschaftssicherheit in der Region Odesa teilten einer Verdächtigung gegen sieben Personen mit.

So funktionierte das Schema

Die Zentralfigur in der Sache – der Eigentümer einer Unternehmensgruppe, den die Ermittlungen für den Organisator halten. Nach Angaben des BES handelte dieser in Absprache mit dem Direktor der Kommunaleinrichtung „Spezialisierte Montage- und Betriebsabteilung" (SMEP) des Odesa-Stadtrats und mehreren Leitern und Mitarbeitern von Unternehmen. Zur Gruppe gehörten auch ein Anwalt und ein Beschaffungsspezialist – ein Detail, das auf eine absichtliche rechtliche und verfahrenstechnische „Verpackung" des Schemas hindeutet.

Die Mechanik war wie folgt: Beamte der SMEP bestimmten die erwartete Beschaffungssumme auf der Grundlage fiktiver Handelsangebote – ohne jegliche echte Marktanalyse. Danach gewannen kontrollierte Firmen die Ausschreibung, die keine Verbindung zur Ausrüstungsherstellung hatten.

„Tatsächlich wurde die Ausrüstung von einem anderen Unternehmen hergestellt, und die Ausschreibungssieger wurden verwendet, um die Kosten der Produkte künstlich mehr als um das Fünffache zu erhöhen"

Sergiy Muntyan, Leiter der Gebietsabteilung des BES in der Region Odesa

Nach Angaben der Ermittlungen sind in der Sache die LLC „Logic Power", „Light Energy Plus" und „Great Seller" verwickelt – alle nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden mit einem Unternehmer verbunden.

Ausmaß und Sicherungsmaßnahmen

Die Gesamtsumme der Unterschlagung, die die Ermittlungen vorwirft, beträgt über 20,9 Millionen Hrn aus dem Stadtbudget. Im Juni 2025, noch vor der Mitteilung der Verdächtigung, führten Strafverfolgungsbehörden 18 Durchsuchungen in Büros, privaten Häusern und auf Datschen der Verdächtigen durch.

Das Gericht wählte verschiedene Sicherungsmaßnahmen: von Untersuchungshaft mit Möglichkeit einer Kautionszahlung bis zu rund um die Uhr Hausarrest. Das Strafverfahren wurde nach den Teilen 4 und 5 des Artikels 191 des ukrainischen Strafgesetzbuches eingeleitet (Unterschlagung von Eigentum durch Missbrauch einer Dienststellung – bis zu 12 Jahren Freiheitsentzug) und nach Artikel 366 (amtliche Fälschung).

  • 7 Verdächtige: Organisator, Direktor der SMEP, Leiter von Vermittlerfirmen, Anwalt, Beschaffungsspezialist
  • 3 kontrollierte Unternehmen, von denen keines die beschaffte Ausrüstung herstellte
  • 18 Durchsuchungen in der ersten Phase der Ermittlungen
  • Preiserhöhung – bis zum Fünffachen im Vergleich zu den Kosten des echten Herstellers

Verdächtigung ist kein Urteil: Alle sieben bestreiten ihre Schuld, und der Direktor der SMEP nannte die Anschuldigung öffentlich Desinformation. Die Vorermittlungen laufen.

Die Schlüsselfrage für die weitere Verhandlung der Sache: Falls das Gericht bestätigt, dass die fiktiven Handelsangebote von denselben Beamten unterzeichnet wurden, die später die Ware annahmen – wird das Odesa-Stadtrat einen Mechanismus zur Rückerstattung von Mitteln an das Budget erhalten, oder endet die Sache mit einem Urteil ohne echte Schadensersatzleistung?

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