In der Ukraine gestartet: Nationaler Medikamentenpreiskatalog – ein Transparenzinstrument, das Überzahlungen verringert

Eine neue Website gewährt Patientinnen, Patienten und der Aufsichtsbehörde offenen Zugang zu Großhandels- und Höchstpreisen im Einzelhandel — ein wichtiger Schritt zur Kontrolle des Arzneimittelmarktes inmitten von Reformen und Krieg.

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Worum es bei der Ressource geht

In der Ukraine ist die Webseite des Nationalen Katalogs der Arzneimittelpreise in Betrieb gegangen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums handelt es sich um ein öffentliches Register, das Daten über die zulässigen Großhandelsabgabepreise der Hersteller und Importeure sowie die berechneten zulässigen Einzelhandelspreise unter Berücksichtigung von Aufschlägen und Steuern enthält.

Was genau im Katalog steht

Im Katalog finden sich detaillierte Informationen zu jedem Arzneimittel: internationale und Handelsnamen, Darreichungsform und Dosierung, Hersteller und Inhaber der Zulassungsurkunde, Herkunftsland, pharmakotherapeutische Gruppe und Registrierungsnummer. Für Verbraucher zugänglich sind außerdem die Kategorie des Arzneimittels (rezeptpflichtig/rezeptfrei, Original/Generikum), der deklarierte Großhandelsabgabepreis und der berechnete zulässige Einzelhandelspreis.

Warum das gerade jetzt wichtig ist

In einer Zeit, in der Logistik und Versorgung mit Medikamenten unter Druck stehen, wird Preistransparenz nicht zur bloßen Deklaration, sondern zu einem Sicherheitsinstrument. Der Katalog ermöglicht die Kontrolle der Preise auf gesetzlicher Grundlage, verkleinert den Spielraum für Manipulationen und bietet dem Patienten eine klare Orientierung hinsichtlich der Kosten von Medikamenten.

"Der Katalog soll den Arzneimittelmarkt für Patienten und Aufsichtsbehörden offener und vorhersehbarer machen"

— Gesundheitsministerium der Ukraine

Praktische Auswirkungen für Menschen und den Markt

Der Patient erhält ein einfaches Instrument, um Preise zu vergleichen und zu prüfen, ob er für Medikamente überzahlt. Für den Pharmamarkt bedeutet die Ressource Publizität der Daten, praktische Analysetools und die Möglichkeit, strukturierte Berichte für die Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde zu erstellen. Marktanalysten weisen darauf hin, dass die fortlaufende Aktualisierung der Daten die Informationsasymmetrie zwischen Herstellern, Apotheken und Verbrauchern verringern sollte.

Reformen im Kontext

Der Start des Katalogs fiel mit einer Reihe von Beschlüssen des Ministerkabinetts zusammen, die darauf abzielen, den Zugang zu Arzneimitteln zu verbessern: Ende September wurden Änderungen verabschiedet, die die Versorgung von FAPs (ländlichen Gesundheitsstellen) vereinfachen und sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Gemeinden orientieren; am 27. Dezember wurde der Verkauf rezeptfreier Arzneimittel in Räumen von Tankstellen erlaubt. Zusammen verändern diese Schritte die Logistik und die Verkaufsstellen — der Katalog fügt diesem Prozess Transparenz hinzu.

Fazit

Der Start des Nationalen Katalogs der Preise ist ein Schritt von bloßen Erklärungen hin zu einem instrumentellen Marktüberwachungsmechanismus. Damit die Wirkung spürbar wird, sind regelmäßige Datenaktualisierungen und ein aktives Monitoring durch Aufsichtsbehörde und Öffentlichkeit nötig. Vorerst ist es ein einfacher Weg, die eigene Geldbörse zu schützen und einen fairen Preis für Medikamente einzufordern: vor dem Kauf prüfen.

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