Japan erlaubt Kohlekraftwerken ein Jahr lang den vollen Betrieb — wie sich das auf die Weltmarktpreise und den ukrainischen Brennstoffmarkt auswirkt

Tokio hebt vorübergehend Beschränkungen für einen Teil der Kohlekraftwerke wegen der Blockade der Straße von Hormus auf — wir analysieren, warum diese Entscheidung gerade jetzt getroffen wurde und welche Folgen sie für die Weltmärkte und die Ukraine haben könnte.

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Kurz: Was beschlossen wurde

Laut Nikkei plant die japanische Regierung, älteren und weniger effizienten Kohlekraftwerken vorübergehend für ein Jahr den Vollbetrieb zu erlauben — beginnend im April. Ziel ist es, das Risiko eines Energiemangels nach der Verschlechterung der Öl- und Gasversorgung durch die Blockade der Straße von Hormus zu verringern.

„Die Regierung wird den Vollbetrieb älterer und weniger effizienter Kohlekraftwerke zulassen... für ein Jahr — beginnend im April.“

— Nikkei (unter Berufung auf Regierungsquellen)

Warum das geschieht

Die Blockade der Straße von Hormus nach der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten hat die Lieferungen von Rohöl und einigen LNG-Lieferungen erschwert. Japan importiert etwa 90% seines Rohöls aus der Region und einen Teil des LNG über langfristige Verträge, sodass die Risiken von Treibstoffengpässen steigen. Angesichts einer realen Defizitgefahr entscheidet sich die Regierung für eine kurzfristige Erhöhung der Versorgungssicherheit — selbst wenn dies vorübergehend einen Anstieg der Emissionen bedeutet.

Struktur des Energiehaushalts und Logistik der Lieferungen

Derzeit werden etwa 30% des Stroms in Japan aus LNG erzeugt und weitere 30% — aus Kohle, während Öl weniger als 10% beiträgt. Insgesamt macht die thermische Erzeugung rund 70% des Energiemixes aus. Gleichzeitig sind die Hauptlieferanten von Kohle — Australien (74,8%), Indonesien (12,8%) und Kanada (4,1%) — nicht von der Straße von Hormus abhängig, weshalb Tokio bestrebt ist, die Last schnell auf verfügbare Ressourcen umzuschichten.

Auswirkungen auf die Weltmärkte

Eine steigende Nachfrage nach Kohle bei großen Importeuren könnte die Preise nach oben treiben. Bereits jetzt ist der Spotpreis für Kohle am australischen Hafen Newcastle auf $135 pro Tonne gestiegen — das sind 16% mehr als vor Beginn der Angriffe auf den Iran. Teurere Kohle und eine steigende Nachfrage nach Heizöl und Diesel erzeugen eine zusätzliche Inflationswelle für Energie und Industrie in der Region.

Welche Gefahren dies für die Ukraine birgt

Die direkten physischen Auswirkungen auf die Lieferungen in die Ukraine sind geografisch begrenzt, aber der ökonomische Kanal ist real. Steigende Weltmarktpreise für Öl, Ölprodukte und Kohle erhöhen die Kosten der Energieträger in der globalen Logistik. Bereits seit Anfang März steigen die Preise an ukrainischen Tankstellen — das hängt mit den globalen Trends zusammen. Für die Ukraine bedeutet das das Risiko zusätzlichen Drucks auf die Inflation, die Kosten der Industrie und die Haushaltsausgaben für Energieunterstützung.

Wer betroffen ist, wer profitiert

Leiden werden Verbraucher und Branchen, die von Diesel und Heizöl abhängen: die Schifffahrt, die Schwerindustrie, kommunale Dienste und der Verkehr. Beispiele aus Japan gibt es bereits — Abschaltungen von Kraftwerksblöcken bei JFE Steel, Kürzungen bei Reedereien und Probleme bei der Beheizung lokaler Thermalquellen. Profitieren werden große Kohlelieferanten und jene Energieunternehmen, die ihre Produktion schnell hochfahren können.

Was als Nächstes zu tun ist (analytische Schlussfolgerung)

Die Entscheidung Japans ist ein Beispiel dafür, wie sich Geopolitik schnell in energiepolitische Entscheidungen verwandelt. Für die Ukraine ist es wichtig, nicht nur die Preise, sondern auch Änderungen in den Lieferwegen und der Logistik zu beobachten, die strategischen Reserven zu stärken und die Diversifikation der Brennstofflieferungen voranzutreiben. Die kurzfristige Politik großer Importeure treibt die Weltmarktpreise an — und das wirkt sich auf jede Brieftasche und jede Fabrik aus, auch auf ukrainische.

„Wenn die Blockade drei bis vier Monate andauert, wird das erhebliche Auswirkungen auf die Lieferungen und die Kraftstoffpreise auf den Weltmärkten haben.“

— Quellen von Branchenagenturen und Analysten, Zusammenstellung nach Angaben von Nikkei und LIGA.net

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