Was geliefert wurde und wann
Ukrzaliznytsia hat 2.000 Tonnen Schienen des Typs R-65 von Nippon Steel erhalten. Nach Angaben des Ministeriums für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien werden bis Ende Januar noch 1.000 Tonnen in die Ukraine eintreffen. Der Gesamtwert dieser Partie liegt bei etwa $4 Mio.. Die Lieferung erfolgte über die Japanische Agentur für internationale Zusammenarbeit (JICA) im Rahmen des Notfall-Wiederaufbauprogramms der japanischen Regierung.
Technologie und operativer Effekt
Bei der Übernahmezeremonie wurde Ausrüstung zur Bearbeitung und Verbindung der Schienen demonstriert — insbesondere der Einsatz von mobilen Schweißanlagen und der Prozess der thermischen Verbindung der Stöße. Solche Lösungen ermöglichen die Herstellung einer sogenannten „Samtschiene“ ohne Stöße: Sie hält länger und sorgt für einen ruhigeren Zuglauf, was für die rasche Wiederherstellung der Logistik während der Kampfhandlungen entscheidend ist.
"Dank der Unterstützung Japans decken wir den Bedarf an Materialien, deren Produktion in der Ukraine derzeit eingestellt ist. Unsere Absprachen mit Partnern garantieren, dass die Bahn trotz aller Herausforderungen eine verlässliche Grundlage der ukrainischen Logistik bleibt"
— Олексій Балеста, stellvertretender Minister für die Entwicklung von Gemeinden und Territorien
Ausmaß der Hilfe und infrastruktureller Kontext
Die Lieferung dieser Partie ist Teil umfassenderer Unterstützung: Seit Beginn der großangelegten Invasion in die Ukraine wurden bereits fast 25.000 Tonnen Schienen geliefert, was die Erneuerung von mehr als 193 km Gleisen auf strategischen Strecken der Lwiw-, Südwest-, Prydniprowska-, Süd- und Odessa-Bahnen ermöglicht hat. Darüber hinaus erhielten die Eisenbahner 24 Einheiten Bau- und Lade-/Entladegerät (darunter 22 Gleisbaumaschinen), die mehr als 13.000 Betriebsstunden geleistet haben; der Gesamtwert früherer Lieferungen übersteigt $42 Mio.
Nach der Besetzung von Mariupol und der Zerstörung des Werks Azovstal musste die Ukraine auf internationale Märkte zurückgreifen, um Schienen zu beschaffen, die zuvor im Inland produziert worden waren. Gleichzeitig kündigte Ukrzaliznytsia Anfang 2025 die Produktion von Schienenlaschen R-65 in eigenen Produktionsanlagen an, und der Vorstandsvorsitzende erklärte seine Bereitschaft, einen langfristigen Vertrag mit einem Werk zu unterzeichnen, das die Produktion von Schienen in der Ukraine aufnehmen wird.
Was das weiter bedeutet
Kurzfristig verringern solche Lieferungen das Risiko von Betriebsunterbrechungen auf kritischen Routen und ermöglichen eine schnellere Wiederherstellung beschädigter Infrastruktur. Mittel- und langfristig bleibt es wichtig, vorübergehende Importlieferungen in stabile Lieferketten zu überführen — durch den Ausbau der eigenen Produktion und langfristige Verträge mit Partnern. Die Lieferung durch JICA und Nippon Steel ist ein Signal bilateralen Vertrauens, doch die Frage ist weiter gefasst: Wird internationale Hilfe in einen systematischen industriellen Wiederaufbau des ukrainischen Schienennetzes umgewandelt?