20. EU-Sanktionspaket: Verbot von russischem Uran und Druck auf Rosatom — was bedeutet das für die Ukraine

Brüssel bereitet am Vorabend des vierten Jahrestags der Invasion ein neues Paket vor. Ein Uranverbot und Sanktionen gegen Rosatom könnten die Einnahmen des Kremls schwächen, werfen jedoch Fragen zur Energiesicherheit der EU auf — und eröffnen der Ukraine die Chance auf strategische Vorteile.

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In der großen Diplomatie zählen nicht laute Erklärungen, sondern stille Vereinbarungen

Welt berichtet: Die Europäische Union plant, das 20. Sanktionspaket gegen Russland gerade am vierten Jahrestag des groß angelegten Überfalls zu verhängen. Das ist kein bloßes Ritualdatum — es geht um Maßnahmen, die die wichtigsten Einnahmequellen des Kremls systematisch beschränken und bestehende Schlupflöcher zur Umgehung von Sanktionen schließen könnten.

Was vorgeschlagen wird

Nach Angaben diplomatischer Quellen wird das Paket Reisebeschränkungen und Vermögenssperren für natürliche und juristische Personen umfassen, die an Entführungen und der «ideologischen Umerziehung» ukrainischer Kinder beteiligt sind. Ebenfalls geplant sind verschärfte Maßnahmen im Energie- und Bankensektor sowie Mechanismen zur Schließung von Umgehungskanälen bei Sanktionen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt einem möglichen Importverbot für russisches Uran und der Verhängung von Sanktionen gegen Rosatom. Dies ist ein Schritt, der symbolischen Druck mit direktem Einfluss auf die strategischen Interessen Russlands verbindet.

Diplomatische Differenzen und reale Kosten

Wie Quellen der Welt betonen, stehen Frankreich und Belgien diesem Teil des Pakets derzeit entgegen — vor allem aus Gründen der Energiesicherheit ihrer Kernkraftwerke. Diese Länder könnten sich theoretisch auf Lieferungen aus Südafrika, Australien oder Kanada umstellen, doch das würde teurer.

Zahlen machen die Komplexität der Entscheidung deutlich: Trotz Sanktionen importierte die EU Waren im Wert von 33,5 Mrd. € im Jahr 2024 aus Russland, und im ersten Halbjahr 2025 noch einmal etwa 15 Mrd. €. Das bedeutet, dass ökonomischer Druck wirkt, aber präzise und koordinierte Entscheidungen erfordert.

Was das für die Ukraine bedeutet

Erstens schneidet eine Verschärfung der Sanktionen Teile der Einnahmen ab, die Moskau zur Finanzierung des Krieges verwendet. Zweitens untergraben Sanktionen gegen staatliche Einrichtungen wie Rosatom die strategischen Einflusshebel des Kremls im Energiesektor und bei internationalen Projekten.

Gleichzeitig besteht das Risiko kurzfristiger Markteffekte — steigende Preise für nukleare Brennstoffe oder logistische Störungen. Daher ist es für die Ukraine wichtig, dass die Partner nicht nur Sanktionen ankündigen, sondern auch Pläne zur Minimierung von Nebenwirkungen in Europa haben.

„Das Paket zielt darauf ab, bestehende Schlupflöcher zu schließen und diejenigen unter Druck zu setzen, die für die schwersten Verbrechen gegen ukrainische Kinder und Bürger verantwortlich sind“

— eine diplomatische Quelle in Brüssel (Welt)

Kontext und nächste Schritte

Das vorherige, 19. Paket (Oktober 2024) richtete sich bereits gegen Banken und Krypto-Börsen, die zur Umgehung von Beschränkungen genutzt wurden. Das neue Paket ist eine Fortführung derselben Logik: nicht nur bestrafen, sondern auch Umgehungsmöglichkeiten blockieren.

Analysten fordern, nicht nur auf die Ankündigungen zu schauen, sondern auf die Umsetzungsmechanismen: Wird es klare Regeln zur Kontrolle der Lieferketten für Uran geben, wie werden die importierenden Staaten zusammenarbeiten und werden Ausgleichsmechanismen zur Minimierung der Preisauswirkungen geschaffen?

Fazit

Das 20. Paket ist eine Chance für die EU, den Druck auf den Kreml zu verstärken und seine strategischen Möglichkeiten zu verringern. Die tatsächliche Wirkung wird jedoch davon abhängen, wie sehr Brüssel und die nationalen Hauptstädte bereit sind, Energiesicherheit mit politischem Druck in Einklang zu bringen. Ob die Länder bereit sind, mehr für die Unabhängigkeit von russischem Uran zu zahlen — das ist die Schlüsselfrage der kommenden Wochen.

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