Bessent schließt einen massiven Ausverkauf von US-Staatsanleihen aus: warum das für Märkte und Verbündete wichtig ist

Der US-Finanzminister in Davos hat das Signal des dänischen Pensionsfonds über einen „Ausstieg“ aus Treasuries zurückgewiesen — wir erklären, warum die Rhetorik von Analysten und Politikern gefährlich sein kann, selbst wenn die Verkaufsvolumina gering sind.

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Reaktion in Davos

US-Finanzminister Scott Bessent reagierte scharf auf die Ankündigung des dänischen Pensionsfonds AkademikerPension über den Verkauf von US-Staatsanleihen, berichtet CNBC. Im Gespräch mit Journalisten in Davos wertete er diesen Schritt als unbedeutend für den Markt ab.

"Dänemarks Investitionen in US-Staatsanleihen, ebenso wie Dänemark selbst, sind bedeutungslos"

— Scott Bessent, US-Finanzminister

Bessent zufolge handelt es sich um weniger als 100 Mio. US-Dollar — eine Summe, die für den Treasuries-Markt verschwindend gering ist. Er wies außerdem darauf hin, dass die USA einen Rekordzufluss an ausländischen Investitionen in ihre Staatsanleihen verzeichnen.

Kontext: Woher die Idee der «Abhängigkeit» der USA stammt

Auslöser der Spekulationen war eine Analyse-Notiz der Deutschen Bank vom 18. Januar, in der auf die Verwundbarkeit des Finanzierungsmodells der USA hingewiesen wurde. Wie das Blatt zitierte, hieß es in der Notiz:

"Die USA haben eine zentrale Schwäche: Sie sind bei der Finanzierung ihrer Verpflichtungen auf andere angewiesen"

— George Saravelos, Global Head of FX Research, Deutsche Bank (aus der Notiz vom 18. Januar)

Bessent sagte jedoch, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank habe ihn persönlich angerufen, um mitzuteilen, dass die Bank die in den Medien verbreiteten Interpretationen dieses Analyseberichts nicht unterstützt.

Politik, Rhetorik und Märkte

Vor dem Hintergrund der Finanzdebatte kam auch eine geopolitische Note hinzu: Bessent machte zudem eine scharfe Erklärung zu Grönland und forderte die Verbündeten auf, die strategische Bedeutung dieser Insel anzuerkennen. In den Medien korrespondiert dies mit politischen Maßnahmen — am 17. Januar 2026 kündigte der ehemalige Präsident Trump die Einführung von Zöllen gegen US-Verbündete im Zusammenhang mit der Grönland-Frage an.

Kennzeichnend ist, dass die Gefahr für den Markt oft nicht von einzelnen Transaktionen ausgeht, sondern von einem sich verstärkenden Narrativ: Wenn Analysten und Politiker den Eindruck erwecken, Verbündete könnten aufhören, Treasuries zu kaufen, könnte dies Prämien und Kreditaufnahmezinsen in die Höhe treiben.

Was das für die Ukraine bedeutet

Für die Ukraine ist die Stabilität des Marktes für US-Staatsanleihen keine abstrakte Größe. Davon hängen die Kosten für globale Kreditaufnahmen und die Bereitschaft der Partner ab, Verteidigung und Wiederaufbau zu finanzieren. Selbst wenn das tatsächliche Verkaufsvolumen verschwindend gering ist, ist wichtiger, ob diese Rhetorik das Vertrauen zwischen den Verbündeten erschüttert.

Fazit: Worauf man weiter achten sollte

Rhetorische Ausbrüche und analytische Sensationen können die Markterwartungen stärker beeinflussen als kleine laufende Transaktionen. Experten weisen darauf hin, dass die Kapitalströme in Treasuries zwar weiterhin stark bleiben, die Risiken aber zunehmen, sollte die geopolitische Spannung steigen. Jetzt sind Politiker und Finanzexperten am Zug: Wird sie die Faktenlage beruhigen — oder wird sich ein Narrativ verstärken, das die finanziellen Bedingungen tatsächlich verändern könnte?

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