Wenn ein NBU-Beamter sagt „es sollte keine Risiken geben", lohnt es sich, das in praktische Sprache zu übersetzen: Wie viel Geld kann man jetzt wirklich abheben oder überweisen und wozu braucht man diesen Aufwand gerade jetzt?
Die Antwort ist einfach und unpolitisch — die alten Limits sind einfach veraltet. Der Gouverneur der Nationalbank Andrij Pyschnyj und sein Stellvertreter Jurij Heletij erklärten in einem Gespräch mit LIGA.net: Die Beschränkungen wurden 2022 bei einem Kurs von 29,3 Hrn/Dollar eingeführt. Jetzt kostet der Dollar 44,7 Hrn — das heißt, dieselbe Summe in Hrywnja kauft fast doppelt weniger Währung als vor drei Jahren. Addieren Sie dazu die Inflation, besonders in den Ländern, in die Migranten ausgewandert sind — und es wird klar, warum das Limit von 50.000 Hrn, das einst anständig erschien, zur Kleinigkeit für eine Familie wurde, die in Europa Miete zahlt.
Was sich konkret ändert
- Kauf von bargeldloser Währung: von 50.000 auf 200.000 Hrn pro Monat — also viermal mehr.
- Abhebung von Bargeldwährung: von 100.000 auf 200.000 Hrn pro Tag.
- Zahlung für Waren, Dienstleistungen und Wohnungsmiete im Ausland von Hrywnja-Konten: Limit bis 200.000 Hrn pro Monat.
- Für Devisenkonten — separates Limit für Überweisungen für die gleichen Zwecke.
In der Praxis bedeutet das: Wenn Sie eine Wohnung in Warschau oder Berlin mieten und bisher gezwungen waren, die Zahlung auf mehrere Raten aufzuteilen oder alternative Überweisungswege zu suchen, können Sie das jetzt mit einer einzigen Kartenzahlung begleichen.
Warum es der NBU vorteilhaft ist, nicht nur den Menschen
Nach Aussage von Heletij basieren die Berechnungen auf realen Statistiken — wie viel Geld von Karten abgehoben und in der Ukraine und im Ausland ausgegeben wird. „Diese Indikatoren sind ziemlich stabil. Das heißt, es sollte keine Risiken geben", sagt er.
„Das ist auch eine gewisse Gerechtigkeit unsererseits. Als wir 2022 Beschränkungen eingeführt haben, lag der Kurs bei 29,3 Hrn/Dollar, und jetzt haben wir 44,7 Hrn/Dollar", erklärte Heletij.
Es gibt auch eine pragmatische Überlegung. Pyschnyj wies darauf hin, dass die Liberalisierung die Nachfrage nach Währung in legale Bahnen lenken soll — das heißt, Menschen vom „grauen" Wechselmarkt ablenken, wo der Kurs immer schlechter ist und es keine Garantien gibt. Wenn die Karte das Gleiche offiziell und billiger ermöglicht, warum dann zum Wechsler an der Ecke gehen?
Wo liegt das Risiko
Der Regulator erkennt die Auswirkungen auf die internationalen Reserven an, bezeichnet sie aber als „moderat". Die Logik ist verständlich: Mehr Menschen können legal Währung ins Ausland bringen, und das ist eine zusätzliche Nachfrage nach Dollar und Euro, die früher durch Limits gebremst wurde. Die NBU setzt darauf, dass eine Umverteilung der Nachfrage zwischen dem Bargeld- und dem bargeldlosen Segment diesen Effekt ausgleicht.
Die Frage für die kommenden Monate ist einfach: Wird sich die Prognose der NBU über „erhebliche positive Effekte bei moderatem Einfluss auf die Reserven" erfüllen, oder werden die erweiterten Limits den Währungsabfluss schneller beschleunigen als der Regulator erwartet — und dann wird es im Herbst notwendig sein, entweder den Kurs anzupassen oder einen Teil der Beschränkungen zurückzubringen?