Der einfachste Test erwies sich als der aussagekräftigste. Die Experten von iFixit warfen das Samsung Galaxy Fold 8 nicht aus der Höhe und tauchten es nicht ins Wasser — sie streuten einfach feinen Staub in den Falzmechanismus. Das Ergebnis: Das Scharnier begann zu knirschen, und das Smartphone ließ sich nicht mehr normal öffnen.
Darin liegt die praktische Falle. Das Galaxy Fold 8 hat den Schutzgrad IP48, und auf dem Papier sieht das beeindruckend aus. Aber die Ziffer „4" in diesem Code bedeutet Schutz nur vor Partikeln ab einer Größe von 1 mm — also vor kleinen Steinen oder größerem Schmutz. Gewöhnlicher Straßenstaub und Strandsand sind deutlich kleiner als dieser Schwellenwert und dringen leicht dorthin vor, wo sie nichts zu suchen haben.
Die Falte auf dem Bildschirm — keine Kosmetik, sondern ein Kompromiss
Der zweite systemische Nachteil betrifft das Display. Samsung verwendete in der neuen Konstruktion eine Titanverstärkung, aber die Falte auf dem Bildschirm blieb bestehen — und laut iFixits Beobachtungen könnte sie mit der Zeit noch sichtbarer werden. Das ist kein Qualitätsmangel bei der Montage, sondern eine physikalische Grenze der Technologie des flexiblen Glases und Kunststoffs, die bisher kein Hersteller überwunden hat.
Die Reparatur eines solchen Telefons ist ebenfalls schwierig: Um an die inneren Komponenten zu gelangen, muss man zunächst das Display selbst entfernen — das teuerste und anfälligste Teil. Jede solche Operation erhöht das Risiko, den Bildschirm während einer routinemäßigen Reparatur, beispielsweise des Akkus, endgültig zu beschädigen.
Was das für ein faltbares iPhone bedeutet
iFixit fasste die Demontage mit einer Bewertung von 4 von 10 Punkten für die Reparierbarkeit zusammen — ein niedriger Wert, selbst im Vergleich zu anderen faltbaren Modellen. Aber die Haupterkenntnis betrifft nicht spezifisch Samsung: Falls Apple einen ähnlichen Weg mit dem Formfaktor für sein erstes faltbares iPhone gehen sollte, wird das Unternehmen die gleichen physikalischen Probleme lösen müssen — die Dichtheit des Scharniers gegen feine Partikel und die Minimierung der Falte ohne Verlust der Displayflexibilität.
Es geht also nicht darum, ob Apple ein faltbares iPhone ohne diese Mängel herstellen wird, sondern darum, wie gut es das Unternehmen schaffen wird, diese Mängel zu verbergen oder durch Preis oder Garantieservice auszugleichen.
Für den Käufer ist dies ein praktisches Signal: Ein faltbares Smartphone ist ein Gerät, das vor Strandsand und Baustaub viel sorgfältiger geschützt werden muss als vor Regen. Und sollte Apple sein eigenes Faltmodell mit Versprechen einer „gelösten" Faltenproblematik ankündigen, lohnt es sich zu überprüfen, ob dies ein echter technologischer Durchbruch ist oder eine Marketingformel, die denselben Staubtest nicht besteht.