PrivatBank hat nach der Abschreibung von 140 Mrd. den Status als Spitzenreiter bei NPL verloren — was das für Banken und Steuerzahler bedeutet

Die Abschreibung von rund 140 Mrd. alter Hrywnja-Schulden hat den Anteil notleidender Kredite (NPL) bei der PrivatBank drastisch gesenkt — wir analysieren, ob dies eine echte Bilanzbereinigung ist und wie sich das auf die Kreditvergabe und die finanzielle Stabilität der Ukraine auswirkt.

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Was passiert ist

In einer großen buchhalterischen Operation, die außerhalb der lauten Schlagzeilen blieb, hat der ПриватБанк die Anerkennung von rund 140 Mrd. UAH alter, notleidender Hrywnja-Aktiva eingestellt. Laut der Nationalbank der Ukraine verringerte das den NPL-Anteil im Portfolio der Bank von etwa 44% auf 8% — zum ersten Mal seit der Verstaatlichung 2016 hat ПриватБанк damit den Status des „Führers“ beim Anteil notleidender Kredite verloren.

„Am 1. Februar 2025 betrug der Anteil notleidender Kredite im Bankensektor 13,9%.“

— Nationalbank der Ukraine

Folgen für das System

Das sind nicht nur Zahlen in der Bilanz. Die Reduktion der NPL bei einer großen Bank nimmt einen Teil des systemischen Drucks vom Finanzsektor: Sie erleichtert die Anforderungen an Rückstellungen, kann Ressourcen für neue Kredite freisetzen und verbessert Kennzahlen, nach denen internationale Partner Risiken bewerten. Gleichzeitig unterstreicht die Verlagerung der „Führerschaft“ beim NPL-Anteil zur Bank „Альянс“ (47,8%) und beim Volumen zu Ощадбанк (44,17 Mrd. грн) die Ungleichheit im Sektor: staatliche Banken bleiben bei Problemaktiva deutlich schlechter gestellt.

Wem das nützt — und wem nicht

Die Vorteile dieses Schrittes kommen in erster Linie Kunden und der Wirtschaft zugute, wenn die Verringerung der NPL in verfügbare Kredite für Unternehmen und Haushalte umgesetzt wird. Laut NBU liegt der NPL-Anteil bei Privatbanken bei 8,4%, bei Banken mit ausländischem Kapital bei 6,5% und bei staatlichen Banken bei 19,6%. Bei Unternehmenskrediten beträgt der NPL-Anteil 17,0%, bei Privatkrediten 10,8%.

Die Spielregeln haben sich geändert: Was jetzt als NPL gilt

Neue Regeln, die ab dem 1. Januar 2025 gelten, verschärfen beziehungsweise standardisieren die Kriterien, nach denen Kredite als notleidend eingestuft werden. Zu den NPL zählen nun:

  • Kredite mit einem Ausfallereignis — Zahlungsverzug von mehr als 90 Tagen oder die Unmöglichkeit der fristgerechten Rückzahlung ohne Verwertung der Sicherheiten;
  • Aktiva, die ursprünglich wertberichtigt wurden (erworben oder geschaffen);
  • restrukturierte Kredite, die nach dem Ende der NPL-Anerkennung erneut restrukturiert wurden oder einen Zahlungsverzug von mehr als 30 Kalendertagen aufweisen.

Wie geht es weiter

Kurzfristig verbessert dies die Kennzahlen von ПриватБанк auf dem Papier, stärkt die Widerstandsfähigkeit des Sektors und bietet Potenzial für eine Wiederbelebung der Kreditaktivität. Langfristig hängt der Effekt jedoch von zwei Dingen ab: ob die „bereinigte“ Bilanz in reale Kredite für die Wirtschaft umgesetzt wird und ob die Transparenz bei der Erfassung problematischer Aktiva in allen Bankengruppen — insbesondere im staatlichen Sektor — aufrechterhalten wird. Analysten warnen, dass ohne strenge Aufsicht und einen konkreten Arbeitsplan für Problemaktiva die Risiken zurückkehren werden.

Diskussionsfrage: Wird dies ein Signal an Investoren und Partner sein, dass das ukrainische Bankensystem bereit ist, die Kreditvergabe wiederaufzunehmen, oder lediglich eine buchhalterische Maßnahme, die die Statistik vorübergehend entlastet?

Weltnachrichten

Finanzen

Reuters berichtet, dass das russische Finanzministerium die Behörden angewiesen hat, sich auf eine Kürzung der Ausgaben um etwa 10 % vorzubereiten. Das sind nicht nur Budgetzahlen – es ist ein Indikator tieferer finanzieller Spannungen, die unter den Sanktionen bereits spürbar sind und die Fähigkeit des Kremls, den Krieg langfristig zu führen, verändern könnten.

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