Zollrekord: 75 Mrd. UAH im Dezember — was das bedeutet
Die Pressestelle des Staatlichen Zolldienstes teilte mit, dass der Zoll im Dezember 2025 75 Mrd. UAH an den Staatshaushalt überwiesen habe — der höchste Monatswert seit Beginn des Kriegsrechts. Diese Summe ist nicht nur als bloßer Rekord bedeutsam, sondern als konkrete Verstärkung der finanziellen Rücklage des Staates, die unmittelbar die Möglichkeiten zur Finanzierung von Verteidigung und Wiederaufbau beeinflusst.
"Im Dezember 2025 hat der Staatliche Zolldienst 75 Mrd. UAH an den Haushalt überwiesen. Das ist der höchste Monatswert seit Beginn des Kriegsrechts."
— Pressestelle des Staatlichen Zolldienstes
Jahresbilanz — Zahlen und Quellen
Für das Jahr 2025 überwies der Zoll 716,1 Mrd. UAH an den Staatshaushalt — das sind 124,4 Mrd. UAH bzw. +21% mehr als 2024. Die Staatliche Steuerbehörde leitete für Januar–Dezember 2025 über 1,24 Billionen UAH an den Haushalt — ein Anstieg um 209,3 Mrd. UAH bzw. +20,2%.
"Der Einnahmeplan aus Steuern und Abgaben für 2025 wurde zu 97,4% erfüllt."
— Pressestelle der Staatlichen Steuerbehörde
Wesentliche Einnahmequellen des Haushalts 2025:
- Einkommensteuer (PIT): 362,9 Mrd. UAH
- Körperschaftsteuer: 284,7 Mrd. UAH
- Mehrwertsteuer (inkl. staatlicher Erstattung): 306,5 Mrd. UAH
- Akzisensteuer: 163,9 Mrd. UAH
- Rentenabgaben: 48,4 Mrd. UAH
Warum das für jeden Ukrainer wichtig ist
Wachsende Zoll- und Steuereinnahmen stärken die Haushaltsstabilität. Das bedeutet mehr Ressourcen für Verteidigungsbedarf, Sozialleistungen und den Wiederaufbau der Infrastruktur. Stärkere Einnahmen verbessern zudem die Position der Ukraine in Verhandlungen mit Gebern und Gläubigern — stabile Haushalte machen das Land für internationale Partner berechenbarer.
Gleichzeitig weisen Ökonomen und Analysten darauf hin, dass Rekordwerte sowohl von externen Faktoren als auch von der Effizienz der Verwaltung abhängen — damit der Effekt nachhaltig ist, sind strukturelle Maßnahmen erforderlich.
Reformen im Fokus
Das Wirtschaftsministerium und das Finanzministerium führen Konsultationen mit der Wirtschaft und Think‑Tanks über die Einführung der Mehrwertsteuer für Einzelunternehmer. Die Verabschiedung dieses Gesetzes ist in der Nationalen Einkommensstrategie vorgesehen und Bedingung für die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds. Das könnte die Einnahmebasis verbreitern, erfordert aber klare Schutzmechanismen für kleine Unternehmen und eine schrittweise Einführung.
Fazit
Der Zollrekord im Dezember ist ein positives Signal, das die haushaltliche Widerstandsfähigkeit des Landes stärkt. Um einen einmaligen Impuls in eine stabile Einnahmequelle zu verwandeln, sind jedoch durchdachte Reformen und der Dialog mit der Wirtschaft sowie internationalen Partnern nötig. Ob es gelingt, das Tempo beizubehalten und den Effekt zu verankern, hängt von den kommenden politischen und technischen Entscheidungen ab.