Kurz: was passiert ist und warum das wichtig ist
Nach Einschätzung des Ministeriums für Wirtschaft hat die Politik „Made in Ukraine“ im Jahr 2025 ein Wachstum des realen BIP um 0,95 Prozentpunkte bewirkt. Das sind fast ein Prozent – ein bedeutender Beitrag zu den Vor- und Nachkriegsanstrengungen beim Wiederaufbau der Wirtschaft, der zeigt, wie staatliche Unterstützung lokaler Lieferketten die makroökonomische Widerstandsfähigkeit stärkt.
Wesentliche Fakten
Im Jahr 2025 profitierten rund 72 000 ukrainische Unternehmen von staatlicher Unterstützung. Unternehmen nutzten das günstige Kreditprogramm 5-7-9% – es wurden fast 29 000 Kredite in Höhe von 88 Mrd. грн vergeben. In Industrieparks sind 37 Fabriken gebaut worden oder im Bau. Angemeldete Projekte mit Investitionen in Höhe von 154 Mio. Euro wurden angekündigt, darunter große Agroverarbeitungs- und Freizeitinitiativen.
Das Programm zur teilweisen Kompensation half Landwirten, 8 460 Einheiten ukrainischer Technik im Wert von 5,7 Mrd. грн zu erwerben, Gemeinden kauften 695 Schulbusse für 2,7 Mrd. грн, und etwa 10 000 Ukrainer wurden dank der Mikrozuschüsse „Власна справа“ zu Unternehmern.
„Lokalisierung, Zuschüsse für Verarbeitungsbetriebe, teilweise Kostenerstattung für ukrainische Technik und Ausrüstung, Industrieparks, Unterstützung von Projekten mit erheblichen Investitionen, Exportinstrumente usw. – diese Maßnahmen wirken. Im Jahr 2025 haben 72 000 ukrainische Unternehmen staatliche Unterstützung in Anspruch genommen.“
— Юлія Свириденко, Premierministerin
Mechanik: wie sich das auf das BIP auswirkt
Der Effekt lässt sich über mehrere Kanäle erklären. Erstens erzeugen staatliche Ausgaben und Subventionen einen fiskalischen Impuls, den die Nationalbank mit einer Beschleunigung des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte verbindet (BIP-Wachstum im November 2025 – 5,3%). Zweitens reduziert Lokalisierung die Importabhängigkeit und erhöht den Multiplikator von Investitionen in die Produktion. Drittens senken günstige Kredite und Zuschüsse die Eintrittsbarrieren für kleine und mittlere Unternehmen, was die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen in den lokalen Gemeinden beschleunigt.
Was im Haushalt 2026 verankert ist
Die Regierung hält die Schlüsselprogramme mit einem Budget von rund 37 Mrd. грн aufrecht. Zudem werden erstmals Mittel für Versicherungen gegen Kriegsrisiken vorgesehen, das Programm „Власна справа“ wird ausgeweitet und Ressourcen für die Exportförderung über nationale Stände auf internationalen Messen bereitgestellt – Signale nicht nur an den Binnenmarkt, sondern auch an internationale Investoren.
Kontext und Einschränkungen
Der soziale und wirtschaftliche Effekt hängt von der Qualität der Umsetzung ab: Geschwindigkeit der Verwaltungsprozesse, Transparenz bei der Projektwahl, Fähigkeit der Unternehmen zu skalieren und private Investitionen anzuziehen. Analysten weisen darauf hin: Der fiskalische Impuls setzt einen Schub frei, aber nachhaltiges Wachstum erfordert konsequente Reformen und langfristige Investitionen in Technologie und Logistik.
Fazit
Die Politik „Made in Ukraine“ hat bereits ein deutliches wirtschaftliches Ergebnis geliefert – fast 1 % des BIP im Jahr 2025 – und findet Bestätigung im Haushalt für 2026. Das ist ein Signal: Der Staat investiert in interne Wertschöpfungsketten und Unternehmertum. Ob sich dieser Ansatz zu einem dauerhaften Modell der Wiederaufbauwirtschaft entwickelt, hängt davon ab, inwieweit es gelingt, staatliche Unterstützung mit Reformen, privaten Investitionen und der Expansion auf Auslandsmärkte zu verbinden.