Was passiert ist
Laut Nikkei ist Malaysia das erste Land, das sich offiziell von dem Handelsabkommen 2025 mit der Regierung von Donald Trump zurückgezogen hat.
„Das Abkommen ist nicht auf Eis gelegt. Es existiert nicht mehr, es ist ungültig“
— Johari Abdul Ghani, malaysischer Handelsminister
Das Abkommen sah eine schrittweise Senkung der Zölle auf malaysische Exporte von 25 % auf 19 % vor. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA, der Trumps „wechselseitige“ Zölle für rechtswidrig erklärte, gilt für Importe derzeit ein einheitlicher Satz von 10 % (in Kraft getreten am 24. Februar 2026), wodurch der ursprüngliche Zweck der Vereinbarung erheblich abgeschwächt ist.
Warum das wichtig ist
Die Erklärung ist einfach: Wenn ein Vertrag dazu gedacht war, differenzierte Sätze auszugleichen, und die rechtliche Grundlage sich geändert hat, verliert das Abkommen seinen wirtschaftlichen Sinn. Separat ist auf die Instrumente hinzuweisen, die Washington weiterhin zur Verfügung stehen: Abschnitt 301 des Trade Act von 1974 erlaubt Zölle gegen Praktiken anderer Länder; Abschnitt 122 gibt dem Präsidenten das Recht, die Zollsätze vorübergehend (bis zu 15 %) aufgrund von Zahlungsbilanzproblemen ohne vorherige Zustimmung des Kongresses zu erhöhen, jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum — bis zu 150 Tage. Donald Trump selbst hat bereits angekündigt, den Satz auf 15 % anheben zu wollen, aber ein offizieller Erlass liegt bislang nicht vor.
Reaktion der Region und Risiken
Indonesien und Kambodscha, die ähnliche Abkommen noch nicht ratifiziert haben, überprüfen ihre Vereinbarungen. Washington fordert die Partner auf, sich an das Unterzeichnete zu halten; zugleich bereitet die Trump-Administration eine rechtliche Grundlage für neue Zölle auf Basis von Section 301 vor. Analysten warnen, dass der Rückzug Malaysias eine Kette von Überprüfungen auslösen und die Unsicherheit in den asiatischen Lieferketten vertiefen könnte.
„In einer so sensiblen Angelegenheit wie den Handelsbeziehungen zwischen Malaysia und den USA sollte der Minister bei seinen Kommentaren vorsichtiger sein“
— ein anonymer Berater der malaysischen Regierung
Was das für die Ukraine bedeutet
Für die Ukraine könnte die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA nachteilig sein. Sollte die Administration die einheitlichen globalen Zölle auf 15 % anheben (wie von Trump angedeutet), würden ukrainische Exporteure zu den am stärksten Betroffenen zählen, da höhere Barrieren auf dem US-Markt entstehen. Es geht dabei nicht nur um Zollzahlen — es geht um die Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Produkte auf einem Schlüsselmarkt und darum, wie schnell die Ukraine Logistikketten und Abnehmer diversifizieren kann.
Kurzprognose
Das Vorgehen Malaysias ist ein Indikator: Mitgliedsländer der asiatischen Lieferketten werden beginnen, ihre Risiken anzupassen. Kiew sollte zwei Dinge genau beobachten: ob Trump eine Verfügung zur Erhöhung auf 15 % erlässt und ob sich die Welle von Rückzügen/Überprüfungen auf andere Partner ausbreitet. Praktischer Rat an die Regierung — den Plan zur Diversifizierung der Exportwege beschleunigen und bilaterale Garantien für kritische Branchen suchen, die vom US-Markt abhängig sind.
Während die Parteien juristische Argumente austauschen, bleibt die gestellte Frage einfach: Werden die amerikanischen Erklärungen in reale Zölle umgesetzt — und wie schnell wird die Ukraine sich anpassen können?