Am 24. Februar 2022 griffen russische Truppen den Flughafen „Antonow" in Hostomel an. Daneben befand sich eine Militärsiedlung – sie wurde nach Aussage der damaligen Leitung der Kiewer Regionalverwaltung „völlig zerstört". Fünf Mehrfamilienhäuser, 272 Wohnungen, Hunderte von Familien – alles verschwand in den ersten Stunden des Krieges.
Drei Jahre zwischen Memoranden und Baugrube
Die Wiederaufbau hätte früher beginnen können. Wie The Village Ukraine berichtet, unterzeichnete das französische Unternehmen Neo Eco im September 2022 ein Memorandum über den Wiederaufbau der Siedlung – unter Beteiligung des damaligen französischen Außenministers und des Leiters der Kiewer Regionalverwaltung Oleksij Kuleba. Das Projekt sah sechs Häuser mit 310 Wohnungen, eine Schule und einen Kindergarten vor. Damit war die Sache dann erledigt.
Erst im Sommer 2025 wurde die Agentur für Wiederaufbau offiziell zum Auftraggeber der Arbeiten. Das Projekt wurde nach modernen Anforderungen an Energieeffizienz und Barrierefreiheit überarbeitet und erhielt am 29. Dezember ein positives Expertengutachten.
Was wird gebaut und für wen
Derzeit wird auf dem Gelände eine Baugrube vorbereitet, Maschinen werden angeliefert und Baucontainer aufgestellt – dies ist die erste Bauphase: zwei Häuser mit 144 Wohnungen. Insgesamt sieht das Projekt den Bau von siebenstöckigen Gebäuden mit 360 Wohnungen anstelle der zerstörten 272, sowie einen Strahlenschutzbunker und eine Etage mit sozialen Einrichtungen vor.
„Unsere Aufgabe besteht nicht nur darin, Häuser zu bauen, sondern einen vollständigen Wohnraum wiederherzustellen. Wir haben solche Erfahrung in Borodjanka, wo der Wiederaufbau umfassend erfolgt"
– Leiter der Kiewer Regionalverwaltung Mykola Kalaschnyk
Jedoch haben 106 von 272 Familien bereits Wohnungsgutscheine mit Geldausgleich erhalten und haben das Wohnungsproblem sehr wahrscheinlich selbstständig gelöst. Die neuen Wohnungen werden hauptsächlich diejenigen erwarten, die den Gutschein abgelehnt haben oder ihn nicht erhalten haben.
Zeitspanne zwischen erster und zweiter Bauphase
Die ersten 144 Wohnungen sind nur die Hälfte des Versprochenen. Der Auftragnehmer für den Rest der Konstruktion wird noch ermittelt: Wie Kyjiw 24/7 berichtet, lief das Auswahlverfahren zum Zeitpunkt des Starts der Vorbereitungsarbeiten. Der vollständige Umfang des Baus – 360 Wohnungen in mehreren Gebäudekomplexen – soll nach den aktuellen Plänen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Zum Vergleich: In der benachbarten Stadt Borodjanka, die Kalaschnyk als Vorbild anführt, erstreckte sich der Wiederaufbau von Mehrfamilienhäusern ebenfalls über Jahre – und ist noch immer nicht vollständig abgeschlossen.
Wenn der Auftragnehmer für die zweite Bauphase bis Ende des Frühlings bestimmt wird, ist der Zeitplan für 2026 noch realistisch. Sollte sich das Verfahren verzögern, riskieren die Bewohner, die drei Jahre auf eine Baugrube gewartet haben, noch länger auf Schlüssel zu warten.