In Irpin haben nach der Winterpause die Bauarbeiten am Sektor „Allee des Gedenkens an die Verteidiger der Ukraine" auf dem Stadtfriedhof in der Nikolai-Rudenko-Straße wieder begonnen. Die Grundplatte, die vier Reihen von Gräbern umfasst, ist nach Aussage der stellvertretenden Bürgermeisterin Angela Makejewa bereits fertiggestellt. Der Auftragnehmer behebt parallel „Mängel, die durch Witterungsbedingungen verursacht wurden".
Diese letzte Formulierung ist keine technische Kleinigkeit. Sie entstand bei einer Arbeitssitzung, bei der Angehörige von Gefallenen anwesend waren. Das heißt, Menschen, für die dieses Objekt nicht nur eine kommunale Auftragsarbeit ist, sondern ein Ort, an dem ihr Kind oder ihr Ehemann ruht.
Auftragnehmer aus Bakhmut und 42 Millionen
Nach Angaben von KyivVlady unterzeichnete das Exekutivkomitee des Irpin-Stadtrats am 6. August 2024 einen Vertrag mit dem Unternehmen „Art Alliance Group" – einem Unternehmen aus Bakhmut – in Höhe von 42,72 Millionen Griwnja. Die Informationen sind im offenen Prozorro-System zu finden.
Die geografische Registrierung des Auftragnehmers ist an sich kein Verstoß. Aber im Kontext, in dem der Auftraggeber direkt die Existenz von Mängeln nach der ersten Bausaison anerkennt und Angehörige von Gefallenen an Besprechungen ohne klaren Status beteiligt sind, werden Fragen zur Qualität und Kontrolle konkret und nicht nur rhetorisch.
Was bereits getan wurde – und was noch ansteht
- Die Grundplatte in vier Grabreihen ist fertiggestellt.
- Der Auftragnehmer behebt Witterungsschäden und setzt die Landschaftsgestaltung fort.
- Angehörige von Gefallenen beteiligen sich an Arbeitssitzungen mit dem Auftragnehmer.
- Die Termine für die vollständige Fertigstellung der Arbeiten wurden nicht öffentlich bekannt gegeben.
„Dieses Projekt ist für unsere Gemeinde, für die Familien der gefallenen Helden und für mich persönlich sehr wichtig. Irpin wird den Helden, die ihr Leben für unsere Gemeinde und die Ukraine gegeben haben, ein würdiges Andenken bewahren".
— Angela Makejewa, stellvertretende Bürgermeisterin von Irpin
Irpin ist eine Stadt, die im März 2022 zum Symbol des Stillstands der russischen Offensive wurde. Wie genau hier ein Denkmal für gefallene Verteidiger errichtet wird, ist kein lokales Kostenfall-Szenario. Es ist ein Präzedenzfall für Dutzende von Gemeinden, die derzeit ähnliche Objekte planen oder bereits bauen.
Wenn Angehörige von Gefallenen bei Besprechungen nur als Beobachter ohne formell zugesichertes Mitspracherecht bei der Behebung von Mängeln anwesend sind, besteht das Risiko, dass die Allee des Gedenkens zu einem weiteren Objekt wird, das zwar „insgesamt" fertiggestellt, aber nicht von denen angenommen wird, für die es gebaut wurde.