Jedes Mal, wenn die Behörden der Region Kyjiw über die Reparatur des Stadions „Tschempion" berichten, klingen die Nachrichten gleich optimistisch: Demontage, neue Beläge, Fundamente, verstärkte Strukturen. Aber es gibt ein Detail, das kein Pressemitteilung erwähnt: Das Objekt wird bereits im dritten Jahr gebaut — und niemand nennt mehr das Datum, wann es eröffnet wird.
Ein Symbol, das sich in ein chronisches Problem verwandelt hat
Im November 2022 wurde „Tschempion" zum ersten UNITED24-Projekt im Bereich des Wiederaufbaus. Andriy Shevchenko bezog „Milan", „Shakhtar", die Serie A und Parimatch Ukraine ein — und im Frühjahr 2023 lagen bereits 600.000 Euro auf dem Konto. Es schien eine technische Angelegenheit zu sein: Es gab Geld, es gab ein zerstörtes Stadion, es gab einen Willen.
Aber die Beschaffung fand erst ein Jahr später statt — und das beim vierten Versuch. In dieser Zeit stieg der ursprüngliche Bedarf von 28 Millionen Griwna auf 32 Millionen, dann auf 44 Millionen, dann auf fast 71 Millionen Griwna. Bereits im Sommer 2025 erschien laut „Glavkom" auf Prozorro eine weitere Ausschreibung für zusätzliche Arbeiten, und die Gesamtkosten nähern sich der dreifachen ursprünglichen Summe.
„Der Grund sind verborgene Schäden, die erst während der Rekonstruktion entdeckt wurden"
Stellvertretender Direktor der Abteilung für Regionalentwicklung der Kyjiw-Gebietsverwaltung Oleg Kravchenko — in seiner Antwort an „Glavkom"
Was wirklich getan wurde
Es gibt Fortschritt — und man sollte ihn nicht verkleinern. Nach Angaben der Abteilung für Regionalentwicklung der Gebietsverwaltung Kyjiw wurden bereits zerstörte Strukturen demontiert, Stromleitungen für die Beleuchtung verlegt und ein künstlicher Feldbelag hergestellt. Die Stützsäulen der Tribünen wurden verstärkt und teilweise ausgetauscht. Derzeit werden Fundamente für Umzäunungen und kleine Sportplätze errichtet und die Strukturen unter den Tribünen weiter verstärkt. Nach Schätzung von life.kyiv.ua ist das Stadion bereits zu etwa 40 Prozent wiederhergestellt.
Parallel dazu — ein separater Vertrag: Der Bau eines Schutzraums auf dem Stadiongelände für 67,74 Millionen Griwna, das dem Irpiner Unternehmen „Smart Universal Group" übertragen wurde. Die Haupttätigkeit dieses Unternehmens nach KVED ist Güterverkehr mit Lastkraftwagen. Zur öffentlichen Beschaffung kam es erst im Sommer 2024, erhielt aber innerhalb weniger Monate über ein Dutzend Verträge im Gesamtwert von über 220 Millionen Griwna — alle für die Wiederherstellung der Region.
Wo ist Shevchenks Geld?
Eine Frage, die öffentlich unbeantwortet bleibt: Im Februar 2025 bestätigte Andriy Shevchenko bei einer Pressekonferenz des UAF, dass die über UNITED24 eingezogenen Mittel übertragen wurden. Aber das Gesamtbudget für den Wiederaufbau überstieg diese Summe längst um ein Vielfaches — 83,28 Millionen Griwna flossen nur in der letzten Tranche vom Infrastrukturministerium-Konto in das Gebietsbudget. Der Wiederherstellungsfonds von Irpin schätzt die vollständige Rekonstruktion auf seiner eigenen Plattform bereits auf 239,9 Millionen Griwna — fast das Sechsfache der ursprünglichen Kostenschätzung.
Darüber hinaus wurde der erste Auftragnehmer — die LLC „Tintoretto", die das Objekt bis Ende 2024 fertigstellen sollte — aus dem Vertrag ausgeschlossen. Der neue Vertrag wurde am 11. Juni 2025 unterzeichnet; Fertigstellungsfrist — Ende 2025.
Drittes Jahr — ohne Zieldatum
Am 2. Juli 2025 kündigte der Leiter der Kyjiw-Gebietsverwaltung Mykola Kalashnik eine „neue Phase der Rekonstruktion" an — eine Standardformel, die auch 2023 und 2024 verwendet wurde. Der grundlegende Unterschied: Dieses Mal nannte die Behörde überhaupt kein Fertigstellungsdatum. Die offizielle Erklärung — neue verborgene Schäden erfordern eine Projektänderung.
Vor der vollständigen Invasion besuchten etwa 500 Irpiner das Stadion täglich. Hier trainierten die Fußballschule „Real Madrid", Rugbyspieler, Judokas und es fanden Meisterschaften der Diaspora statt. Wenn der neue Auftragnehmer die Fristen einhält — was keiner seiner Vorgänger tat — wird die Stadt bis Neujahr eine Arena erhalten.
Wenn aber wieder „verborgene Schäden" und eine vierte Kostenschätzung auftauchen — dann geht es nicht mehr um das Stadion, sondern darum, ob die Kyjiw-Gebietsverwaltung über einen Mechanismus zur Kontrolle der Auftragnehmer verfügt, oder ob der Wiederaufbau symbolischer Objekte sich in eine offene Kreditlinie ohne Verantwortung verwandelt hat.