Das Defizit in Zahlen
Laut dem kommunalen Unternehmen KP «Kyivpastrans» fehlen dem Betrieb Fachkräfte in allen Bereichen des oberirdischen öffentlichen Nahverkehrs — am dringendsten werden Busfahrer benötigt. Konkrete Zahlen — 32% des Bedarfs bei Bussen, 25% bei Trolleybussen und 21,6% bei Straßenbahnen. Diese Lücken verschwinden weder mit dem Frühlingsbeginn noch durch Fahrplanänderungen — der Mangel sei systemisch, heißt es beim Unternehmen.
"Der Bedarf an Busfahrern beträgt 32%. Bei Trolleybussen – 25%, bei Straßenbahnen – 21,6%. Der Bedarf an einer größeren Anzahl von Fahrern bleibt bestehen, unabhängig von saisonalen Schwankungen. Der Verkehr wird unter Berücksichtigung des bestehenden Fahrgastaufkommens und seiner Spitzenbelastung geplant. Insbesondere, angesichts der aktuellen Lage im Energiesystem der Stadt Kiew, werden vorübergehend Fahrer des elektrischen Nahverkehrs mit entsprechender Qualifikation und Führerschein der notwendigen Kategorie auf Buslinien eingesetzt."
— Andrij Kovalenko, Produktionsdirektor KP «Kyivpastrans»
Warum das für die Kiewer wichtig ist
Der öffentliche Verkehr sichert die Mobilität der Stadt sowie den Zugang zu Arbeit, Bildung und medizinischen Diensten. Wenn Fahrer fehlen, leidet der Lebensrhythmus: Fahrten in den Spitzenzeiten werden seltener, die Auslastung benachbarter Linien steigt, und das Risiko von Fahrplanstörungen in Notfällen wächst. Für die Hauptstadt geht es dabei nicht nur um Komfort, sondern auch um die Resilienz der Infrastruktur.
Was Bewerbern angeboten wird
Das Unternehmen begegnet dem Personaldefizit mit einem Maßnahmenpaket. Zu den wichtigsten Arbeitsbedingungen für Beschäftigte gehören offizielle Anstellung, Schichtbetrieb, bezahlter Jahresurlaub, die Möglichkeit zur Freistellung gemäß Gesetzgebung, organisierter Transfer und kostenlose Fahrten im oberirdischen öffentlichen Verkehr des Unternehmens. Es wird zudem betont, dass man offen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen ist, sofern keine medizinischen Gegenanzeigen bestehen.
Was die Bezahlung betrifft — die durchschnittlichen Monatswerte nach vorläufigen Angaben sind: 38 556 грн für Busfahrer, 38 140 грн für Straßenbahnfahrer und 40 277 грн für Trolleybusfahrer. Die Höhe des Gehalts hängt dabei vom Fahrerkreis, den geleisteten Stunden, dem Fahrzeugtyp und der Route ab.
"Gleichzeitig hängt das Lohnniveau der Fahrer vom Fahrerkreis (I, II, III), den geleisteten Stunden, dem Typ des Fahrzeugs, der Route usw. ab. KP 'Kyivpastrans' arbeitet weiterhin daran, das Personal zu verstärken und einen stabilen Betrieb des städtischen öffentlichen Verkehrs sicherzustellen."
— Andrij Kovalenko, Produktionsdirektor KP «Kyivpastrans»
Ausbildung des Personals — eine Investition in die Sicherheit
Die Ausbildung neuer Fahrer erfolgt in einer eigenständigen Einheit — dem Ausbildungs- und Kurskombinat von KP «Kyivpastrans». Das Programm verbindet Theorie und Praxis an spezialisierter Technik und schließt mit einem staatlich anerkannten Qualifikationszertifikat ab. Die Dauer der Ausbildung hängt vom Vorbereitungsniveau des Kandidaten ab:
- Busfahrer (Kategorie D) — 8 Wochen (bei Vorliegen eines Führerscheins der Kategorie B oder C und mindestens 3 Jahren Fahrpraxis);
- Kategorie DE — 4 Wochen (bei mindestens 1 Jahr Fahrpraxis mit dem Bus);
- Ausbildung von Straßenbahn- und Trolleybusfahrern ohne Erfahrung — 12 Wochen.
Die Ausbildung kann kostenlos über eine Vermittlung durch das Arbeitsamt oder über interne Programme des Unternehmens absolviert werden — dies ist ein wichtiger Kanal zur Personalgewinnung.
"Im Ausbildungsprogramm gibt es sowohl theoretische Unterrichtseinheiten als auch praktische Fahrstunden auf spezialisierter Technik. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein staatlich anerkanntes Qualifikationszertifikat."
— Andrij Kovalenko, Produktionsdirektor KP «Kyivpastrans»
Wie weiter: Herausforderungen und mögliche Lösungen
Die vorhandenen Angebote sind wettbewerbsfähig: stabiles Gehalt, soziale Garantien und kostenlose Ausbildung sind starke Motivationsfaktoren. Um jedoch den systemischen Mangel zu beheben, ist eine umfassende Politik nötig: die Bindung erfahrener Mitarbeiter, die schnelle Qualifizierung von Neueinsteigern, flexible Dienstpläne und logistische Unterstützung (z. B. Shuttle-Service). Fachleute der Branche heben außerdem die Notwendigkeit der Koordination mit den Personalabteilungen der Arbeitsämter und den Programmen der lokalen Behörden hervor.
Frage an die Leserschaft und an die Stadt: Wird Kiew diese vorübergehenden Maßnahmen in eine systematische Strategie zur Bindung und Anwerbung von Fahrern verwandeln können? Von der Antwort hängt nicht nur der Komfort der Mobilität ab, sondern auch die operative Widerstandsfähigkeit der Hauptstadt.
Quelle: Interview mit Andrij Kovalenko, Produktionsdirektor KP «Kyivpastrans», Materialien des Unternehmens.