In der Familie eines Absolventen aus Dnipro oder Ternopil ist derzeit das wichtigste Dokument nicht das Abschlusszeugnis, sondern der Bildschirm des elektronischen Kabinetts des Bewerbers. Genau dort muss man bis 18:00 Uhr am 11. August auf „ich bestätige" klicken und, falls der Platz kostenpflichtig ist, die Summe finden, die bei beliebten Fachrichtungen führender Universitäten 100.000 Hrywnja pro Jahr überschreitet.
213 tausend „Ja", aber nicht für alle gleich
Das Bildungsministerium teilte mit, dass nach der automatischen Platzvergabe 212.837 Bewerber Empfehlungen zur Immatrikulation als Bachelor erhalten haben: 73.129 für das Staatsbudget, 139.708 für kostenpflichtige Studienplätze. Das bedeutet, dass fast zwei von drei denen, die bereits ihren Namen auf der Liste der Empfohlenen sehen, selbst einen Weg finden müssen, um das Studium zu bezahlen.
Den Status kann man auf zwei Wegen überprüfen — im elektronischen Kabinett des Bewerbers oder auf der EDEPO-Website, und genau diese beiden Ressourcen nennt das Bildungsministerium als einzige offizielle Quellen mit verifizierten Daten.
Was kostet der „kostenpflichtige Studienplatz" wirklich
Die Zahl „139.708 für kostenpflichtige Studienplätze" wird zur Realität, wenn man sich konkrete Preise anschaut. An der Nationalen Universität Kiew benannt nach Shevchenko für das Studienjahr 2026/2027 kosten die teuersten Programme über 119.000 Hrywnja, die günstigsten ab 54.600 Hrywnja pro Jahr. Das ist nicht mehr nur eine Bildungsentscheidung, sondern eine finanzielle Entscheidung für mehrere Jahre im Voraus.
Unter den staatlichen Universitäten mit den höchsten Studiengebühren befinden sich die Kyjiw-Mogyla-Akademie (bis 110.000 Hrywnja pro Jahr), die Lviver Polytechnik (bis 100.000 Hrywnja) und die Nationale Universität Kiew benannt nach Shevchenko selbst (bis 97.100 Hrywnja), wobei sich unter den teuersten Fachrichtungen traditionell Medizin, Zahnmedizin und englischsprachige Programme befinden.
Wenn also ein Bewerber einen kostenpflichtigen Studienplatz im Kabinett bestätigt, unterschreibt er faktisch unter einer Summe, die für viele Familien einem Jahreseinkommen entspricht — ohne Berücksichtigung möglicher Preiserhöhungen im nächsten Jahr.
Was hat sich dieses Jahr technisch geändert
- Zum ersten Mal kann der Studienvertrag direkt im Kabinett des Bewerbers mit einer qualifizierten elektronischen Signatur unterzeichnet werden — ohne zur Zulassungsstelle gehen zu müssen, obwohl die Papiervariante weiterhin verfügbar ist.
- Zum ersten Mal wird das Militärdokument des Bewerbers automatisch durch EDEPO-Mittel überprüft.
- Eine Empfehlung wird nur für eine Bewerbung und einen Platz gegeben; nach der Immatrikulation werden alle anderen Bewerbungen mit Priorität automatisch deaktiviert.
Eine zweite Chance und eine zweite Rechnung
Für diejenigen, die in der ersten Welle keine Empfehlung erhalten haben, endet die Immatrikulation nicht. Ab dem 14. August beginnt die Vergabe der vakanten kostenpflichtigen Plätze, und diese Bewerbungen werden bis zum 30. August angenommen. Aber vakante Plätze sind fast immer kostenpflichtig, also bedeutet eine „zweite Chance" für einige Bewerber auch zusätzliche Kosten, die es bei der ersten Verteilung nicht gab.
Der Kontext dieses Jahres ist besonderlich: Nach Daten des Systems „Vstup.OSVITA.UA" hat die Zulassungskampagne 2026 über 1 Million 640.000 Bewerbungen von Bewerbern eingereicht — dies schafft Wettbewerb nicht nur um Plätze mit Staatsfinanzierung, sondern auch um die Plätze selbst bei kostenpflichtigen Studienplätzen in beliebten Universitäten, wo die Preise bereits gestiegen sind.
Fragen für August
Wenn jedes Jahr ein Drittel der Bewerber einen Platz mit Staatsfinanzierung bekommt und der Rest kostenpflichtige Studienplätze zum Preis von Zehntausenden Hrywnja, dann hängt die Zugänglichkeit der Hochschulbildung immer weniger von den Noten bei der ZNO oder NMT ab, sondern vom Familienbudget. Die Frage für die kommenden Wochen ist einfach: Wie viele der 139.708 zum kostenpflichtigen Studienplatz Empfohlenen werden ihren Platz bis zum 11. August bestätigen, und wie viele werden ablehnen, weil sie die Summe nicht aufbringen können — und wird die Statistik der Immatrikulierten diese Differenz offen zeigen?