Großbritannien zerfällt in ihre Bestandteile: drei Regionen bereiten gemeinsamen Austrittsplan vor

Schottland, Wales und Nordirland werden sich am 14. September an einen Tisch setzen, um eine gemeinsame Forderung nach dem Recht auf Unabhängigkeitsreferenden abzustimmen – und dies ist das erste Mal, dass die drei Regionen als einheitliche Front gegen London vorgehen.

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Am 14. September werden die Führungspersonen Schottlands, Wales und Nordirlands zusammentreffen, um die Möglichkeit eines Austritts aus Großbritannien zu diskutieren, berichtet The Telegraph. Der überraschende Moment liegt hier nicht in der Tatsache der separatistischen Tendenzen selbst – diese existieren seit Jahren – sondern darin, dass die drei Regionen beschlossen haben, gemeinsam zu handeln, anstatt wie bisher einzeln vorzugehen.

Drei verschiedene Wege, ein Ziel

Die Pläne jeder Region unterscheiden sich: Schottland und Wales erwägen eine separate EU-Mitgliedschaft, während Nordirland eine Wiedervereinigung mit Irland anstrebt. Das bedeutet, dass selbst im Falle einer erfolgreichen „Trennung" von London die drei Teile des ehemaligen Britanniens drei verschiedene Wege gehen würden – es gibt kein gemeinsames postbritisches Projekt.

Ein praktischer Aspekt, der oft übersehen wird: Die Koordination der drei Regionen stärkt ihre Verhandlungsposition gegenüber Westminster genau deshalb, weil es für die Regierung schwieriger ist, allen drei gleichzeitig eine Absage zu erteilen, als jedem einzelnen. Zuvor konnte London mit Schottland und Wales separat verhandeln und die Forderungen schrittweise abschwächen.

Der britische Premierminister Andy Burnham teilte dem schottischen First Minister John Swinney mit, dass ein neues Unabhängigkeitsreferendum unmöglich sei.

Die juristische Mauer bleibt bestehen

Die formale Hürde ist nirgendwo verschwunden: 2022 entschied der Oberste Gerichtshof Großbritanniens, dass die schottische Regierung kein Unabhängigkeitsreferendum ohne Zustimmung des britischen Parlaments organisieren kann. Das bedeutet, dass selbst eine vereinigte Front der drei Führungspersonen auf die gleiche juristische Mauer trifft, die Schottland zuvor im Alleingang gestoppt hat.

Der historische Kontext zeigt, wie fern das Ziel ist: Bei der Abstimmung von 2014 stimmten 55% der Schotten dafür, im Vereinigten Königreich zu bleiben, und die Scottish National Party versucht seither jahrelang, diese Zahl zu ändern, indem sie Brexit als Argument anführt – angeblich habe Schottland für die EU gestimmt und sei gegen seinen Willen herausgenommen worden.

Interessanterweise unterstützt Burnham gleichzeitig die Idee einer schriftlichen Verfassung für Großbritannien – ein Schritt, der theoretisch die Rechte der Regionen auf Autonomie oder sogar Austritt festschreiben könnte und das derzeitige System ungeschriebener Konventionen und Präzedenzfälle ersetzen würde. Ob das Treffen am 14. September den Beginn einer echten Bewegung zur Auflösung der Union darstellt oder nur ein weiteres Mal symbolischen Druck ohne juristische Konsequenzen bedeutet, hängt davon ab, ob Westminster bereit ist, über eine Änderung des Status quo zu verhandeln, so gering diese auch sein mag.

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